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Wärmepumpe Auslegung Rechner — Heizleistung in kW

Wärmepumpen-Größe in kW: aus Heizlast, Trinkwarmwasser-Aufschlag, Sperrzeitfaktor und Vorlauftemperatur — mit Bivalenzpunkt, JAZ-Prognose und Hersteller-Modellbereich.

Gebäude & Bedarf

Wärmepumpe & Heizsystem

Empfohlene WP-Heizleistung (Auslegungs-kW)
kW
Bivalenzpunkt: JAZ-Prognose: KfW 458:
PTWW = kW · Sperrzeit-Faktor = · Spitzenlast-Anteil ≈ %
PWP = (PH + PTWW) × fSperrzeit =
Bitte Heizlast und Personen wählen.

Heizleistungs-Bedarfskennlinie

-15 -7 2 15 20 Außentemperatur θₑ (°C) 0 Heizleistung (kW)
Gebäude-Heizlast WP-Leistung Bivalenzpunkt Spitzenlast (Heizstab)

Mögliche Hersteller-Modelle (Heizleistung A-7 / W35)

ModellkWMatch
Vaillant aroTHERM plus VWL 35/6 A3,4
Daikin Altherma 3 M EBLA 044,3
Stiebel Eltron WPL-A 05 Premium5,0
Vaillant aroTHERM plus VWL 55/6 A5,0
Daikin Altherma 3 M EBLA 066,0
Vaillant aroTHERM plus VWL 75/6 A6,9
Stiebel Eltron WPL-A 07 Premium7,1
Daikin Altherma 3 M EBLA 087,5
Vaillant aroTHERM plus VWL 105/6 A10,6
Vaillant aroTHERM plus VWL 125/6 A12,1

Heizleistung nach EN 14511 bei A-7/W35 (Norm-Auslegungsbedingung Mitteleuropa). Datenblätter Vaillant 2025, Daikin Altherma 3 M Product Catalog 2022, Stiebel Eltron WPL-A Premium 2025. Datenblatt-Werte sind Hersteller-Nennwerte, nicht ein Hersteller-Endorsement.

Erweiterte Einstellungen

So wird die Wärmepumpe richtig dimensioniert

Die Auslegungsleistung folgt der Schritt-Formel P_WP = (P_H + P_TWW) × f_Sperrzeit. Die Gebäude-Heizlast P_H stammt aus einer Berechnung nach DIN EN 12831-1 — raumweise nach Heizlast-Detail-Verfahren oder über die Hüllflächenmethode (überschlägige Heizlast). Für den Trinkwarmwasser-Anteil P_TWW genügt zur Vorprojektierung die Faustformel 0,2 kW pro Person (BWP-Leitfaden, energie-experten.org). DIN 4708-2 ist für eine exakte Speicherauslegung gedacht und liefert eine Bedarfskennzahl N — KEINE direkte Watt/Person-Pauschale.

§14a EnWG seit 2024 — die Sperrzeit-Reform

Die meisten Online-Rechner arbeiten mit der klassischen Faustformel f_Sperrzeit = 24 / (24 − t_Sperre) aus der VDE-AR-N 4100. Bei 4 h Sperre/Tag ergibt das einen Aufschlag von 20 %. Seit 01.01.2024 gilt aber für neue Wärmepumpen § 14a EnWG: statt vollständiger Abschaltung darf der Netzbetreiber die Leistung nur noch drosseln — mindestens 4,2 kW bleiben jederzeit verfügbar, eine echte Drosselung ist auf 2 h pro Tag begrenzt. Der effektive Aufschlag schrumpft dadurch auf etwa 3 %. Wer einen 5-kW-Sole/Wasser-Sizer mit pauschal 1,2× rechnet, überdimensioniert um 15–20 % — das führt zu Takten und schlechter JAZ. Wer eine Bestandsanlage mit klassischem Sperrzeit-Vertrag betreibt, braucht weiterhin die VDE-Faustformel.

Bivalenzpunkt: monovalent vs bivalent-parallel

Bei einer Luft/Wasser-WP fällt die Heizleistung mit fallender Außentemperatur (≈ −2,5 % pro K unter A7). Der Bivalenzpunkt ist der Schnittpunkt der Gebäudekennlinie mit der WP-Kennlinie — typisch zwischen −2 °C und −8 °C. Im bivalent-parallelen Betrieb läuft die WP weiter und ein elektrischer Heizstab springt bei θ_e < θ_biv ergänzend an. Über den Jahres-Wärmebedarf trägt der Heizstab bei θ_biv ≈ −5 °C nur etwa 3 % bei. Sole/Wasser-WPs haben durch konstante Erdreich-Temperaturen einen praktisch konstanten COP und werden monovalent ausgelegt — Bivalenzpunkt rechnerisch bei −15 bis −20 °C, außerhalb des realen Wetters. Bivalent-alternativ (WP schaltet ab, nur Heizstab läuft) ist bei modernen WPs unwirtschaftlich.

JAZ-Prognose und KfW-458-Förderfähigkeit

Die Vorlauftemperatur ist der wichtigste Hebel für die Jahresarbeitszahl (JAZ). Faustregel: −5 K Vorlauftemp = +10–15 % JAZ. Die KfW-458-Förderung (BEG-EM 2026) verlangt eine Mindest-JAZ von 3,0:

VLT Luft/W Sole/W KfW 458 (Luft/W)
35 °C (FBH) ~4,0 ~4,5 förderfähig
45 °C (HK modern) ~3,2 ~4,0 förderfähig
55 °C (HK Bestand) ~2,7 ~3,5 NICHT förderfähig
60 °C (alt) ~2,3 ~3,2 NICHT förderfähig

Wer die WP im Bestand mit 55 °C-Heizkörpern einbaut, verliert sowohl Effizienz als auch Förderung. Konkrete Zuschüsse liefert der KfW-458-Rechner; der iSFP-Bonus-Stack-Rechner berücksichtigt 5 % Effizienzbonus für natürliche Wärmequellen (Sole/Wasser).

Worked Example — Sanierung 8 kW EFH

Heizlast 8 kW (typisches saniertes EFH 130–160 m²), 4 Personen, Fußbodenheizung 35 °C, Luft/Wasser-WP, neuer Anschluss unter § 14a EnWG, Strategie bivalent-parallel:

  1. P_TWW = 4 × 0,2 = 0,8 kW
  2. P_sub = P_H + P_TWW = 8 + 0,8 = 8,8 kW
  3. f_Sperrzeit (§ 14a) ≈ 1,03
  4. P_WP = 8,8 × 1,03 = 9,1 kW
  5. Bivalenzpunkt (Schnittpunkt Gebäudekennlinie ∩ WP-Kennlinie bei θ_norm = −12 °C, θ_HG = 15 °C) ≈ −5 °C
  6. Spitzenlast-Anteil ~ 3 % der Jahres-Heizenergie
  7. JAZ ≈ 4,0 → KfW 458 förderfähig
  8. Modell-Kandidat: Vaillant aroTHERM plus VWL 105/6 A (10,6 kW bei A−7/W35, leichte Überdimensionierung) oder VWL 75/6 A (6,9 kW + Heizstab in der Spitzenlast)

Häufige Auslegungsfehler

  • Klassische Sperrzeit-Formel bei § 14a-Anlage: Pauschale 1,2× gilt nicht für 2024+ Neuanlagen.
  • Heizstab vergessen: Bei bivalent-paralleler Luft/W-Auslegung ist der elektrische Zuheizer (typisch 6–9 kW) Teil des Lieferumfangs.
  • Sole/W mit Sperrzeit-Aufschlag rechnen: Sole hat konstanten COP und wird monovalent ausgelegt.
  • VLT zu hoch ohne HK-Tausch zu prüfen: 55 °C Vorlauf kostet die KfW-458-Förderung. Vor dem WP-Tausch einen hydraulischen Abgleich mit Heizkörper-Check machen — oft reichen 2–3 vergrößerte HK, um auf 45 °C abzusenken.
  • Pufferspeicher übersehen: Monovalent ausgelegte WPs benötigen einen Pufferspeicher (mind. 20 L/kW Hydraulik-Glättung).