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Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 (raumweise)

Raumweise Heizlast nach DIN EN 12831 für bis zu 10 Räume mit Norm-Innentemperaturen, Klimazone und Lüftungswärmerückgewinnung.

Standort & Klima

Norm-Außentemperatur Te nach DIN EN 12831 Beiblatt 1 (2008, 7-Zonen-Vereinfachung). Hinweis: Die ab 2020 gültige DIN/TS 12831-1:2020-04 (Anhang NA) ersetzt die 7-Zonen-Klassifikation durch PLZ-Bezugsgebiete (8 199 Referenzorte) — z. B. Hamburg jetzt −12 °C, Berlin −14 °C. Für GEG-/BAFA-Nachweise PLZ-Wert verwenden.

Räume

Bis zu 10 Räume hinzufügen. Heizlast wird raumweise nach DIN EN 12831 (vereinfachtes Verfahren) berechnet.

Σ Gesamt-Heizlast Gebäude 0,00kW Σ ΦT: 0 W Σ ΦV: 0 W Σ Volumen: 0 spez. Heizlast: 0 W/m³
Berechnungsdetails — Tabelle Σ pro Raum
RaumTi °CV m³ΦT WΦV WΦHL W
Gesamt000
Erweiterte Lüftungseinstellungen
Mindest-Luftwechsel n = 0,5 /h aus DIN EN 12831 (Hygiene-Mindeststandard). Pauschaler Aufschlag auf alle U-Werte (vereinfachtes Verfahren ohne detaillierten Wärmebrückennachweis). 0,10 W/m²K bei nicht wärmebrückenoptimierter Konstruktion.
Klimazonen-Tabelle Deutschland (DIN EN 12831 Beiblatt 1, 2008 — vereinfacht)

Werte nach DIN EN 12831 Beiblatt 1 (2008) — historische 7-Zonen-Klassifikation. Seit 2020 abgelöst durch DIN/TS 12831-1:2020-04 Anhang NA mit PLZ-genauen Norm-Außentemperaturen (z. B. Hamburg −12, Berlin −14, München −14, Garmisch-Partenkirchen −18 °C). Für GEG-/BAFA-pflichtige Nachweise PLZ-Wert verwenden; für überschlägige Auslegung sind Beiblatt-1-Zonen weiterhin gebräuchlich.

ZoneTeBeispielregionen (Beiblatt 1, 2008)
1−10 °CNordsee-Küste, Schleswig-Holstein
2−10 °CNordwestdeutschland, Hamburg, Bremen, Niedersachsen Tiefland
3−12 °CNRW Tiefland, Hessen, Rheinland-Pfalz
4−12 °CBerlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen Tiefland
5−14 °CMittelgebirge, Schwarzwald, Schwäbische Alb
6−14 °CBayerisches Vorland, Erzgebirge, Thüringer Wald
7−16 °CHochalpen, Bayerischer Wald >800 m

Warum raumweise statt nur Σ Gebäude?

Faustformeln Wohnfläche × W/m² liefern eine Gebäude-Heizlast in kW — gut für den Wärmeerzeuger, unbrauchbar für Heizflächen. SHK-Handwerker und Energieberater brauchen ΦHL pro Raum: Heizkörper-Dimensionierung (PHK ≥ ΦHL,Raum), FBH-Vorlauftemperatur und Verlegeabstand, hydraulischer Abgleich für Wärmepumpen. Bad mit 24 °C hat ΔT 36 K bei Klimazone 3 — gegenüber Wohnzimmer (20 °C, ΔT 32 K) sind das +12 % Heizlast pro m².

Berechnungsgrundlage

Vereinfachtes Verfahren nach DIN EN 12831:2017 Annex C bzw. DIN/TS 12831-1:2020-04 (ohne Aufheizleistung ΦRH):

  • ΦT,i = Σ (Ak · Uk · Fx,k) · (Ti − Te) [W] — Transmissionsverluste
  • ΦV,i = 0,34 · n · VRaum · (1 − ηWRG) · (Ti − Te) [W] — Lüftungsverluste
  • ΦHL,i = ΦT,i + ΦV,i — Norm-Heizlast eines Raums

Konstanten: 0,34 W·h/(m³·K) ≈ ρLuft · cp,Luft; n = 0,5 /h Hygiene-Mindestluftwechsel.

Aufheizleistung ΦRH — separat aufschlagen

ΦRH deckt die Wiederaufheizung nach Nachtabsenkung ab und ist hier nicht enthalten. Nach DIN EN 12831 Annex D sind +5 bis +25 % auf ΦHL bei intermittentem Betrieb anzusetzen (abhängig von Gebäudemasse und Aufheizdauer). Für Wärmepumpen mit Dauerbetrieb in der Regel nicht erforderlich.

Klimazonen — Beiblatt 1 (2008) vs. DIN/TS 12831-1:2020

Der Rechner nutzt die vereinfachte 7-Zonen-Klassifikation aus DIN EN 12831 Beiblatt 1 (2008). Seit 2020 ersetzt durch DIN/TS 12831-1:2020-04 Anhang NA mit PLZ-genauen Bezugsorten (8 199 Referenzgebiete). Wichtige Verschiebungen:

Stadt Beiblatt 1 (2008) DIN/TS 12831-1:2020
Hamburg, Bremen −10 °C −12 °C
Berlin −12 °C −14 °C
München −14 °C −14 °C
Garmisch-P. (82467) −16 °C −18 °C
Köln −12 °C −10 °C

GEG- und BAFA-Nachweise: PLZ-Wert nach DIN/TS 12831-1:2020 verbindlich. Für Vorbemessung sind Beiblatt-1-Zonen weiterhin praxisüblich.

Norm-Innentemperaturen Bad — 20 oder 24 °C?

DIN EN 12831 Tab. 2 (Komfort-Auslegung): 24 °C. DIN/TS 12831-1:2020 vereinfacht: 20 °C zulässig — höher nur auf Bauherrn-Anforderung. Bei FBH (träges System) wird 24 °C empfohlen. Übrige Räume: Wohn/Esszimmer/Kinder 20, Schlaf/Küche 18, Flur 15, Treppe 10 °C.

Fx-Faktoren

Außenluft 1,00 · unbeheizter Raum (Keller, Spitzboden, Garage) 0,50 · Erdreich 0,30 · beheizter Nachbarraum 0,00. Innenwand zu unbeheizter Garage: im Rechner als „Außenwand mit Fx = 0,50″ eingeben.

Häufige Fehler

  1. Wärmebrücken-Korrekturwert vergessen. Pauschal ΔUWB = 0,05 W/m²K (mit Nachweis nach DIN 4108 Bbl. 2), 0,10 ohne. Im Rechner als Checkbox.
  2. WRG nicht abgezogen. η = 80 % → ΦV sinkt auf 20 %. Wer das ignoriert, überdimensioniert die Wärmepumpe um 20–30 %.
  3. Fx = 1 für Decke unter beheiztem OG. Bei beheiztem Nachbarraum Fx = 0 (kein Wärmestrom).
  4. Beiblatt-1-Zone statt PLZ-Wert beim GEG-Nachweis. Hamburg/Bremen/Berlin/Garmisch sind 2020 um 2 K kälter eingestuft — alte Zone unterschätzt Heizlast um 6–12 %.
  5. ΦRH bei Nachtabsenkung weggelassen. +5 bis +25 % nach Annex D fehlen sonst auf der Auslegung.

Verwandte Berechnungen

Vereinfachtes Verfahren = Vordimensionierung. GEG-/BAFA-Nachweis und hydraulische Auslegung verlangen das ausführliche Verfahren nach DIN EN 12831 mit Beiblatt 2 (Wärmebrücken), PLZ-genauer Te nach DIN/TS 12831-1:2020 und detaillierter Lüftungsauslegung.