Innenklima
Magnus-Formel: über Wasser für T ≥ 0 °C, über Eis für T < 0 °C.Klimarandbedingungen
Innen
Außen
Schichtaufbau (innen → außen)
Schicht 1 = Innenseite. λ und μ aus Materialdatenbank oder manuell. Tauwasser-Bilanz nach DIN 4108-3.
Erweiterte Einstellungen — Konstruktion und Rsi/Rse
Glaser-Diagramm — T, psat, ppart über sd
Linke Y: T (rot). Rechte Y: psat(T) (blau) und ppart (gestrichelt). Bereich ppart ≥ psat = Tauwasserausfall (rote Fläche). Schichtgrenzen gestrichelt.
Schichttabelle — T, sd, psat, ppart
| Grenzfläche | d (mm) | μ | sd (m) | T (°C) | psat (Pa) | ppart (Pa) | Status |
|---|
Magnus-Formel und Glaser-Verfahren
Zwei Fragen, ein Modell: Bei welcher Oberflächentemperatur kondensiert Wasserdampf? (Taupunkt im Innenraum, Magnus-Formel) und Fällt Tauwasser im Bauteil-Inneren aus? (Glaser-Verfahren nach DIN 4108-3). Magnus reicht für Schimmel-Diagnose an Wärmebrücken; Glaser ist Pflichtnachweis für Innendämmung, Holzbau und Dachaufbauten.
Sättigungsdampfdruck: p_sat(T) = 611 · exp(α·T / (β+T)). Über Wasser (T ≥ 0): α = 17,625, β = 243,04. Über Eis: α = 22,46, β = 272,62. Taupunkt: T_d = β·γ / (α−γ) mit γ = ln(RH/100) + α·T/(β+T). Bei Außenklima −10 °C macht die Konstantenwahl ~5 % im psat.
μ-Werte für die Bauphysik
| Material | λ (W/m·K) | μ |
|---|---|---|
| Stahlbeton | 2,30 | 70–150 |
| Mauerziegel | 0,40 | 5–10 |
| Mineralwolle WLG 035 | 0,035 | 1 |
| EPS / XPS / PUR | 0,035 / 0,035 / 0,024 | 40 / 100 / 60 |
| Holzfaser | 0,040 | 2–5 |
| Putz Gips / KZP | 0,40 / 0,87 | 10 / 15–35 |
| PE-Folie 0,2 mm | 0,40 | 50.000–100.000 |
sd = μ · d [m] = äquivalente Luftschichtdicke: PE-Folie mit μ=50.000 und d=0,2 mm bremst Diffusion wie 10 m Luftspalt — reine μ-Werte ohne Dicke sind sinnlos.
Beispiel — Innendämmung Altbau (Glaser)
Wandaufbau innen→außen: Innenputz Gips 10 mm, Mineralwolle WLG 035 60 mm, Kalksandstein 360 mm, Außenputz 20 mm. Klima DIN 4108-3 (innen 20/50, außen −10/80). Tauebene an Grenzfläche MW/KS, T ≈ −4 °C, ΣmT ≈ 0,08 kg/m² in 60 Tagen — unter Grenzwert 1,0 kg/m², Bilanz formal erfüllt. Trotzdem in der Praxis kritisch: Glaser ignoriert Sorption und Kapillartransport. Stand der Technik = raumseitige Dampfbremse sd ≥ 10 m oder kapillaraktive Innendämmung (Kalziumsilikat λ=0,065, μ=6) ohne Folie. Magnus-Beispiel im Innenraum: 20 °C / 60 % → Td ≈ 12,0 °C; jede Oberfläche unter 15 °C (Td + 3 K nach DIN 4108-2) ist schimmelgefährdet.
Häufige Fehler
- psat mit ppart verwechselt — Tauwasser fällt aus, wenn ppart ≥ psat(T) an der Schichtgrenze.
- sd = μ verwendet statt μ · d — Schichtdicke gehört dazu.
- Magnus-Konstanten nicht umgeschaltet bei T < 0 °C — falsch günstige Bilanz.
- Verdunstungsperiode vergessen — DIN 4108-3 fordert mV ≥ mT zusätzlich zum ΣmT-Grenzwert.
- Glaser bei kapillaraktiver Innendämmung — sagt Tauwasser vorher, das real nicht auftritt. Hygrothermische Simulation (WUFI / DELPHIN nach DIN EN 15026) ist hier der korrekte Nachweis.