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WDVS-Materialrechner: Dämmstoff, Kleber, Armierung, Dübel und Putz nach DIN 55699

Berechnet die komplette WDVS-Stoffliste für eine Außenwand-Sanierung: Dämmstoffvolumen mit Plattenanzahl, Klebermörtel, Armierungsmörtel und ‑gewebe, Dübelmenge, Schlussputz, Sockel- und Anputzleiste — inklusive U-Wert-Prognose und GEG §48-Prüfung (Anlage 7, Höchstwert 0,24 W/m²K).

Eingaben

mm
W/m²K
Erweiterte Einstellungen
%
lfm
lfm
Neuer U-Wert nach Sanierung
0,17 W/(m²K)
Bestand → Neu
1,200,17
GEG §48 erfüllt
U-Wert ≤ 0,24 W/(m²K) — Anforderung Anlage 7 GEG bei Sanierung über 10 % der Bauteilfläche eingehalten.

Komplette Materialliste

PositionMengeEinheitHinweis
Dämmstoff (Volumen)0Materialvolumen
Dämmstoff (Fläche brutto)0inkl. Verschnitt
Dämmplatten0Stkje nach Plattenformat
Klebermörtel0kgWulst-Punkt
Armierungsmörtel0kg≈ 3 mm Schichtdicke
Armierungsgewebe010 % Stoss-Überlappung
Dämmstoffdübel0StkStandard-Schema
Schlussputz / Oberputz0kgMineralputz
Sockelschiene0lfmAluprofil unten
Anputzleiste (Laibungen)0lfmFenster/Tür-Anschluss
Dämmstoff-Eigenschaften aller WDVS-Materialien
MaterialWLS
(W/m·K)
Brandμ
(Diff.)
Wasser
aufn.
Platte
typ. (mm)
EPS «grau» (Neopor)0,032E (B1+)30–70<1 %1000×500
EPS weiß Standard0,035E (B1+)20–100<1 %1000×500
Mineralwolle0,035A11<1 kg/m²800×625
Resol (PIR-Klasse)0,022E (B-s2)35–50<2 %1200×400
Holzfaser0,040E5hygrosk.1325×600

Brandklasse A1 = nicht brennbar; E = normal entflammbar (mit Schutzschicht zugelassen). μ = Wasserdampf-Diffusionswiderstand.

GEG §48 Anlage 7 + Dübel-Schemata

Höchstwerte Wärmedurchgangskoeffizient (Anlage 7 GEG, Auszug)

BauteilU-Höchstwert (W/m²K)
Außenwand0,24
Dach / oberste Geschossdecke0,14 / 0,24
Fenster (Uw)1,3
Kellerdecke / Wand zu unbeheizt0,30

Anwendung nach § 48 GEG: bei Erneuerung von mehr als 10 % der jeweiligen Bauteilfläche müssen die saniert betroffenen Flächen die Höchstwerte einhalten. Ausnahmen nach § 48 (5) bei Unwirtschaftlichkeit oder Denkmalschutz.

Dübel-Schema je Bereich

BereichStk/m²typische Höhe
Standardfläche6≤ 8 m, Windzone 1–2
Rand-/Eckbereich (1 m Streifen)8alle Höhen
Hochwind / Gebäudehöhe > 20 m10Windzone 3
Küstennah / Windzone 412Sonderbemessung

Verbindlich: VDPM-Merkblatt Dübel WDVS + statische Bemessung nach DIN EN 1991-1-4; Hersteller-Auszugswerte beachten.

Was dieser WDVS-Materialrechner liefert

Eine Wärmedämm-Verbundsystem-Sanierung besteht aus mindestens sieben Materialpositionen, die zusammen passen müssen: Dämmplatten mit der gewünschten Wärmeleitstufe, Klebermörtel im richtigen Auftragsschema, ausreichend Dämmstoffdübel nach Windlast, Armierungsmörtel in passender Schichtdicke, Glasfaser-Armierungsgewebe mit Stossüberlappung, Schlussputz und die Profile (Sockelschiene, Anputzleiste). Der Rechner zieht alle Positionen aus den vier WDVS-Standardklassen (EPS «grau» 032, EPS weiss 035, Mineralwolle 035, Resol-Hartschaum 022, Holzfaser 040) und prüft parallel den U-Wert nach Sanierung gegen die GEG-Anforderung Anlage 7.

Beispielrechnung — Einfamilienhaus 1980er, 120 m² Außenwand

Ausgangslage: 36 cm zweischaliges Mauerwerk ohne Kerndämmung, U-Wert Bestand 1,2 W/(m²K). Sanierungsziel: GEG §48 Anlage 7 Außenwand-Höchstwert 0,24 W/(m²K). Gewähltes System: EPS «grau» (Neopor) WLS 032, Dämmdicke 160 mm, Wulst-Punkt-Verklebung, Standard-Dübelschema 6 Stk/m², 5 % Verschnitt, Mineralputz.

  1. Dämmstoffvolumen: 120 m² × 0,160 m = 19,2 m³ EPS-grau.
  2. Bruttofläche mit Verschnitt: 120 × 1,05 = 126 m². Plattenformat 1000×500 mm = 0,5 m²/Platte → ceil(126 / 0,5) = 252 Platten.
  3. Klebermörtel (Wulst-Punkt 4,5 kg/m²): 120 × 4,5 = 540 kg ≈ 22 Säcke à 25 kg.
  4. Armierungsmörtel (≈ 1,5 kg/(m²·mm), Schicht 3 mm): 120 × 4,5 = 540 kg.
  5. Armierungsgewebe (10 % Stossüberlappung): 120 × 1,1 = 132 m².
  6. Dämmstoffdübel (Standard 6 Stk/m²): 120 × 6 = 720 Stk. In Rand- und Eckbereichen 1 m Streifen separat mit 8 Stk/m² nachrechnen.
  7. Mineralputz (3 kg/m²): 120 × 3 = 360 kg.
  8. Sockelschiene bei ca. 30 lfm Wandfussumfang plus Anputzleiste ca. 24 lfm an Fenster- und Türlaibungen.
  9. Neuer U-Wert: 1 / (1/1,2 + 0,160/0,032) = 1 / (0,833 + 5,000) = 0,171 W/(m²K). Anforderung Anlage 7 GEG (≤ 0,24) erfüllt.

Dämmstoffe im Vergleich — wann welches Material

Material WLS (W/m·K) Brand μ Praxis-Kontext
EPS «grau» (Neopor) 0,032 E (B1+) 30–70 Standard-Sanierung, dünnste Aufbauten bei begrenztem Vorsprung an Fenstern und Dachüberstand
EPS weiss 0,035 E (B1+) 20–100 günstigere Variante; rund 10 % grössere Dicke nötig für gleichen U-Wert
Mineralwolle (Steinwolle) 0,035 A1 1 nicht brennbar — Pflicht in Hochhäusern und an Brandwänden, hohe Diffusionsoffenheit
Resol-Hartschaum (PIR-Klasse) 0,022 E (B-s2) 35–50 höchster Dämmwert bei dünnster Schicht — sinnvoll bei Denkmal-Auflagen mit begrenztem Vorsprung
Holzfaser 0,040 E 5 diffusionsoffen, hoher sommerlicher Wärmeschutz dank Wärmespeicherung; meist mit Holzbau kombiniert

GEG §48 + Anlage 7 — die echte Rechtslage

Die Anforderung U ≤ 0,24 W/(m²K) für Außenwände steht in Anlage 7 GEG und greift über § 48 GEG, sobald bei einer Maßnahme mehr als 10 % der Bauteilfläche erneuert werden — das ist beim klassischen WDVS-Aufbau praktisch immer der Fall. Die häufige Falschangabe «§ 19 GEG» bezieht sich auf die energetische Inspektion von Klimaanlagen und hat mit Außenwand-Dämmung nichts zu tun. Ausnahmen nach § 48 (5) gelten bei wirtschaftlicher Unzumutbarkeit oder Denkmalschutz; ein zertifizierter Energieberater dokumentiert das.

Dübel-Schema realistisch lesen

Die Bezeichnungen «W-Schema / T-Schema / R-Schema» aus Hersteller-Prospekten sind keine Norm — verbindlich ist die statische Bemessung nach DIN EN 1991-1-4 (Windlast) und das VDPM-Merkblatt Dübel im WDVS. Praxis: Standardfläche 6 Stk/m² bei Gebäudehöhe ≤ 8 m und Windzone 1–2; Rand- und Eckbereich (1 m Streifen entlang der Außenkante) mit 8 Stk/m²; ab Gebäudehöhe 20 m oder Windzone 3 dann 10 Stk/m² in der Fläche; Windzone 4 (Küste) und Sonderlagen 12 Stk/m². Der Mehrbedarf in Randzonen kommt im Rechner nicht automatisch dazu — bei Reihenhaus-Endhäusern oder freistehenden EFH-Ecken aufschlagen.

Häufige Fehler und Irrtümer

  • Norm-Verwechslung: für die Anwendung des WDVS gilt DIN 55699; DIN EN 13499 regelt EPS-Bausätze und DIN EN 13500 Mineralwoll-Bausätze. Die drei Normen werden in Datenblättern oft vermischt.
  • EPS «weiss» statt «grau»: graphitmodifiziertes EPS (Neopor, Polystyrol grau) erreicht WLS 032, weisses EPS bleibt bei 035. Bei gleichem U-Ziel braucht weiss rund 10 % mehr Dicke — relevant, wenn der Dachüberstand knapp bemessen ist.
  • Putz ohne Armierung: einsparen der Glasfaser-Einbettung führt zwangsläufig zu Schwindrissen entlang der Plattenfugen. Armierungsgewebe muss mittig in der Mörtelschicht liegen, nicht nur darauf gelegt.
  • Dübel-Setztiefe: Schraub- statt Schlagdübel bei Lochziegel und Porenbeton; bei Vollziegel und Beton genügt der Schlagdübel mit 25–35 mm Verankerungstiefe. Hersteller-Statik beachten.
  • Kein BAFA-Liter-Vorschrift für Wärmepumpe: die Pufferspeicher-Vorschrift «≥ 30 L/kW» betrifft das BAFA-Biomasse-Programm, nicht die KfW-458/459-WP-Förderung. Wenn das Sanierungsprojekt eine Wärmepumpe einschliesst, gilt für die Förderung ein anderes Regelwerk.

Verwandte Rechner

Wer den U-Wert der Außenwand separat ermitteln und die einzelnen Schichten mit Wärmebrücken-Korrektur prüfen will, findet dort den schichtenweisen Aufbau. Für die Förder-Logik kombiniert der KfW-Sanierungs-Förderwizard die WDVS-Investitionskosten mit den Programmen 458/459/261, und der iSFP-Bonus-Stack rechnet den 5 %-Bonus auf den Förderbetrag, wenn ein individueller Sanierungsfahrplan vorliegt. Bei Sanierungen im Bestand mit Wärmebrücken in Laibungen lohnt zusätzlich der fRsi-Schimmelrisiko-Check für den Anschluss an die Fensterlaibung.