Berechnet die komplette WDVS-Stoffliste für eine Außenwand-Sanierung: Dämmstoffvolumen mit Plattenanzahl, Klebermörtel, Armierungsmörtel und ‑gewebe, Dübelmenge, Schlussputz, Sockel- und Anputzleiste — inklusive U-Wert-Prognose und GEG §48-Prüfung (Anlage 7, Höchstwert 0,24 W/m²K).
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Komplette Materialliste
| Position | Menge | Einheit | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Dämmstoff (Volumen) | 0 | m³ | Materialvolumen |
| Dämmstoff (Fläche brutto) | 0 | m² | inkl. Verschnitt |
| Dämmplatten | 0 | Stk | je nach Plattenformat |
| Klebermörtel | 0 | kg | Wulst-Punkt |
| Armierungsmörtel | 0 | kg | ≈ 3 mm Schichtdicke |
| Armierungsgewebe | 0 | m² | 10 % Stoss-Überlappung |
| Dämmstoffdübel | 0 | Stk | Standard-Schema |
| Schlussputz / Oberputz | 0 | kg | Mineralputz |
| Sockelschiene | 0 | lfm | Aluprofil unten |
| Anputzleiste (Laibungen) | 0 | lfm | Fenster/Tür-Anschluss |
Dämmstoff-Eigenschaften aller WDVS-Materialien
| Material | WLS (W/m·K) | Brand | μ (Diff.) | Wasser aufn. | Platte typ. (mm) |
|---|---|---|---|---|---|
| EPS «grau» (Neopor) | 0,032 | E (B1+) | 30–70 | <1 % | 1000×500 |
| EPS weiß Standard | 0,035 | E (B1+) | 20–100 | <1 % | 1000×500 |
| Mineralwolle | 0,035 | A1 | 1 | <1 kg/m² | 800×625 |
| Resol (PIR-Klasse) | 0,022 | E (B-s2) | 35–50 | <2 % | 1200×400 |
| Holzfaser | 0,040 | E | 5 | hygrosk. | 1325×600 |
Brandklasse A1 = nicht brennbar; E = normal entflammbar (mit Schutzschicht zugelassen). μ = Wasserdampf-Diffusionswiderstand.
GEG §48 Anlage 7 + Dübel-Schemata
Höchstwerte Wärmedurchgangskoeffizient (Anlage 7 GEG, Auszug)
| Bauteil | U-Höchstwert (W/m²K) |
|---|---|
| Außenwand | 0,24 |
| Dach / oberste Geschossdecke | 0,14 / 0,24 |
| Fenster (Uw) | 1,3 |
| Kellerdecke / Wand zu unbeheizt | 0,30 |
Anwendung nach § 48 GEG: bei Erneuerung von mehr als 10 % der jeweiligen Bauteilfläche müssen die saniert betroffenen Flächen die Höchstwerte einhalten. Ausnahmen nach § 48 (5) bei Unwirtschaftlichkeit oder Denkmalschutz.
Dübel-Schema je Bereich
| Bereich | Stk/m² | typische Höhe |
|---|---|---|
| Standardfläche | 6 | ≤ 8 m, Windzone 1–2 |
| Rand-/Eckbereich (1 m Streifen) | 8 | alle Höhen |
| Hochwind / Gebäudehöhe > 20 m | 10 | Windzone 3 |
| Küstennah / Windzone 4 | 12 | Sonderbemessung |
Verbindlich: VDPM-Merkblatt Dübel WDVS + statische Bemessung nach DIN EN 1991-1-4; Hersteller-Auszugswerte beachten.
Was dieser WDVS-Materialrechner liefert
Eine Wärmedämm-Verbundsystem-Sanierung besteht aus mindestens sieben Materialpositionen, die zusammen passen müssen: Dämmplatten mit der gewünschten Wärmeleitstufe, Klebermörtel im richtigen Auftragsschema, ausreichend Dämmstoffdübel nach Windlast, Armierungsmörtel in passender Schichtdicke, Glasfaser-Armierungsgewebe mit Stossüberlappung, Schlussputz und die Profile (Sockelschiene, Anputzleiste). Der Rechner zieht alle Positionen aus den vier WDVS-Standardklassen (EPS «grau» 032, EPS weiss 035, Mineralwolle 035, Resol-Hartschaum 022, Holzfaser 040) und prüft parallel den U-Wert nach Sanierung gegen die GEG-Anforderung Anlage 7.
Beispielrechnung — Einfamilienhaus 1980er, 120 m² Außenwand
Ausgangslage: 36 cm zweischaliges Mauerwerk ohne Kerndämmung, U-Wert Bestand 1,2 W/(m²K). Sanierungsziel: GEG §48 Anlage 7 Außenwand-Höchstwert 0,24 W/(m²K). Gewähltes System: EPS «grau» (Neopor) WLS 032, Dämmdicke 160 mm, Wulst-Punkt-Verklebung, Standard-Dübelschema 6 Stk/m², 5 % Verschnitt, Mineralputz.
- Dämmstoffvolumen: 120 m² × 0,160 m = 19,2 m³ EPS-grau.
- Bruttofläche mit Verschnitt: 120 × 1,05 = 126 m². Plattenformat 1000×500 mm = 0,5 m²/Platte → ceil(126 / 0,5) = 252 Platten.
- Klebermörtel (Wulst-Punkt 4,5 kg/m²): 120 × 4,5 = 540 kg ≈ 22 Säcke à 25 kg.
- Armierungsmörtel (≈ 1,5 kg/(m²·mm), Schicht 3 mm): 120 × 4,5 = 540 kg.
- Armierungsgewebe (10 % Stossüberlappung): 120 × 1,1 = 132 m².
- Dämmstoffdübel (Standard 6 Stk/m²): 120 × 6 = 720 Stk. In Rand- und Eckbereichen 1 m Streifen separat mit 8 Stk/m² nachrechnen.
- Mineralputz (3 kg/m²): 120 × 3 = 360 kg.
- Sockelschiene bei ca. 30 lfm Wandfussumfang plus Anputzleiste ca. 24 lfm an Fenster- und Türlaibungen.
- Neuer U-Wert: 1 / (1/1,2 + 0,160/0,032) = 1 / (0,833 + 5,000) = 0,171 W/(m²K). Anforderung Anlage 7 GEG (≤ 0,24) erfüllt.
Dämmstoffe im Vergleich — wann welches Material
| Material | WLS (W/m·K) | Brand | μ | Praxis-Kontext |
|---|---|---|---|---|
| EPS «grau» (Neopor) | 0,032 | E (B1+) | 30–70 | Standard-Sanierung, dünnste Aufbauten bei begrenztem Vorsprung an Fenstern und Dachüberstand |
| EPS weiss | 0,035 | E (B1+) | 20–100 | günstigere Variante; rund 10 % grössere Dicke nötig für gleichen U-Wert |
| Mineralwolle (Steinwolle) | 0,035 | A1 | 1 | nicht brennbar — Pflicht in Hochhäusern und an Brandwänden, hohe Diffusionsoffenheit |
| Resol-Hartschaum (PIR-Klasse) | 0,022 | E (B-s2) | 35–50 | höchster Dämmwert bei dünnster Schicht — sinnvoll bei Denkmal-Auflagen mit begrenztem Vorsprung |
| Holzfaser | 0,040 | E | 5 | diffusionsoffen, hoher sommerlicher Wärmeschutz dank Wärmespeicherung; meist mit Holzbau kombiniert |
GEG §48 + Anlage 7 — die echte Rechtslage
Die Anforderung U ≤ 0,24 W/(m²K) für Außenwände steht in Anlage 7 GEG und greift über § 48 GEG, sobald bei einer Maßnahme mehr als 10 % der Bauteilfläche erneuert werden — das ist beim klassischen WDVS-Aufbau praktisch immer der Fall. Die häufige Falschangabe «§ 19 GEG» bezieht sich auf die energetische Inspektion von Klimaanlagen und hat mit Außenwand-Dämmung nichts zu tun. Ausnahmen nach § 48 (5) gelten bei wirtschaftlicher Unzumutbarkeit oder Denkmalschutz; ein zertifizierter Energieberater dokumentiert das.
Dübel-Schema realistisch lesen
Die Bezeichnungen «W-Schema / T-Schema / R-Schema» aus Hersteller-Prospekten sind keine Norm — verbindlich ist die statische Bemessung nach DIN EN 1991-1-4 (Windlast) und das VDPM-Merkblatt Dübel im WDVS. Praxis: Standardfläche 6 Stk/m² bei Gebäudehöhe ≤ 8 m und Windzone 1–2; Rand- und Eckbereich (1 m Streifen entlang der Außenkante) mit 8 Stk/m²; ab Gebäudehöhe 20 m oder Windzone 3 dann 10 Stk/m² in der Fläche; Windzone 4 (Küste) und Sonderlagen 12 Stk/m². Der Mehrbedarf in Randzonen kommt im Rechner nicht automatisch dazu — bei Reihenhaus-Endhäusern oder freistehenden EFH-Ecken aufschlagen.
Häufige Fehler und Irrtümer
- Norm-Verwechslung: für die Anwendung des WDVS gilt DIN 55699; DIN EN 13499 regelt EPS-Bausätze und DIN EN 13500 Mineralwoll-Bausätze. Die drei Normen werden in Datenblättern oft vermischt.
- EPS «weiss» statt «grau»: graphitmodifiziertes EPS (Neopor, Polystyrol grau) erreicht WLS 032, weisses EPS bleibt bei 035. Bei gleichem U-Ziel braucht weiss rund 10 % mehr Dicke — relevant, wenn der Dachüberstand knapp bemessen ist.
- Putz ohne Armierung: einsparen der Glasfaser-Einbettung führt zwangsläufig zu Schwindrissen entlang der Plattenfugen. Armierungsgewebe muss mittig in der Mörtelschicht liegen, nicht nur darauf gelegt.
- Dübel-Setztiefe: Schraub- statt Schlagdübel bei Lochziegel und Porenbeton; bei Vollziegel und Beton genügt der Schlagdübel mit 25–35 mm Verankerungstiefe. Hersteller-Statik beachten.
- Kein BAFA-Liter-Vorschrift für Wärmepumpe: die Pufferspeicher-Vorschrift «≥ 30 L/kW» betrifft das BAFA-Biomasse-Programm, nicht die KfW-458/459-WP-Förderung. Wenn das Sanierungsprojekt eine Wärmepumpe einschliesst, gilt für die Förderung ein anderes Regelwerk.
Verwandte Rechner
Wer den U-Wert der Außenwand separat ermitteln und die einzelnen Schichten mit Wärmebrücken-Korrektur prüfen will, findet dort den schichtenweisen Aufbau. Für die Förder-Logik kombiniert der KfW-Sanierungs-Förderwizard die WDVS-Investitionskosten mit den Programmen 458/459/261, und der iSFP-Bonus-Stack rechnet den 5 %-Bonus auf den Förderbetrag, wenn ein individueller Sanierungsfahrplan vorliegt. Bei Sanierungen im Bestand mit Wärmebrücken in Laibungen lohnt zusätzlich der fRsi-Schimmelrisiko-Check für den Anschluss an die Fensterlaibung.