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PV-Ertrag-Rechner: kWh pro Jahr nach PLZ und Ausrichtung berechnen

Realistischer Jahres-Ertrag einer PV-Anlage: kWp + PLZ + Ausrichtung + Neigung + Verschattung ergibt kWh/Jahr, Monatsverteilung und €-Wert (Eigenverbrauch + Einspeisung).

Anlage & Standort

Spezifischer Ertrag & Jahres-Erzeugung 968kWh/kWp/a
Jahres-Ertrag: 9.680 kWh/Jahr PLZ: 80331 (Süd-DE, 1.180 kWh/m²)
Eigenverbrauch +1.253 • Einspeisung +489 • Gesamt +1.742 €/Jahr
EJahr = GPLZ × fAusr × fNeig × fVersch × PR × kWp = 9.680 kWh/Jahr
Monatsverteilung Jahres-Ertrag (kWh)
Sommerhalbjahr (Apr-Sep): ~70 % Winterhalbjahr (Okt-Mär): ~30 % Best-Monat: Juli Schwächster: Dezember

Wirtschaftlichkeits-Tabelle

PositionWert
Globalstrahlung Standort (PLZ 8____)1.180 kWh/m²/a
Korrekturfaktor (Ausr. × Neig. × Versch.)1,00
Performance Ratio (Systemverluste)0,82
Spezifischer Ertrag968 kWh/kWp/a
Anlagengröße10,0 kWp
Jahres-Ertrag (Erzeugung gesamt)9.680 kWh/Jahr
Eigenverbrauch (3.388 kWh × 37 ct)+1.253 €/Jahr
Einspeisung (6.292 kWh × 7,78 ct)+489 €/Jahr
€-Wert pro Jahr (gesamt)+1.742 €/Jahr
Erwarteter Ertrag Jahr 2 (nach 0,5 % Degradation)9.632 kWh
Erweiterte Einstellungen (PR, Strompreis, Vergütung, Eigenverbrauchsquote)
PLZ-Leitzahl-Tabelle (Globalstrahlung 10 Cluster aus DWD 2025)
LeitzahlRegion (Schwerpunkt)G kWh/m²/a
0 (01-09)Sachsen, östliches Brandenburg, Dresden1.080
1 (10-19)Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorp.1.040
2 (20-29)Hamburg, Schleswig-Holstein, Nord-Niedersachsen1.010
3 (30-39)Hannover, Bremen, Süd-Niedersachsen, Nordhessen1.030
4 (40-49)Münster, Ruhrgebiet, Westfalen, Ost-NRW1.060
5 (50-59)Köln, Bonn, Aachen, Eifel, Rheinland1.080
6 (60-69)Frankfurt, Hessen, Saarland, Pfalz, Mainz1.130
7 (70-79)Stuttgart, Schwaben, Karlsruhe, Freiburg1.180
8 (80-89)München, Augsburg, Niederbayern, Allgäu1.180
9 (90-99)Nürnberg, Würzburg, Oberfranken, Bayreuth1.150

Werte = mittlere DWD-Globalstrahlung 2025-Bezug. Bodensee (Konstanz, PLZ 78xxx) und Allgäu-Hochlagen können bis 1.220–1.280 erreichen — über PR-Override im Erweitert-Slot kompensierbar.

Korrekturfaktor-Tabelle (Ausrichtung × Neigung)
AusrichtungFaktorNeigungFaktor
S (Süd, Optimum)1,000° (Flachdach)0,89
SO / SW0,955–15°0,95
O / W0,8520–30°1,00
NO / NW0,7530–40° (Optimum)1,00
N (Nord)0,5540–50°0,98
50–60°0,93

Faktoren entsprechen photovoltaik.org / energie-experten / solaranlagen-portal Konvergenz. Bei reiner Nord-Ausrichtung mit Flachdach kann der Wert höher sein (~0,65), bei steiler Nord-Fassade tiefer (~0,40).

Einspeisevergütung Q1+Q2 2026 ≤ 10 kWp Teileinspeisung 7,78 ct/kWh • 10–40 kWp 6,73 ct/kWh • Volleinspeisung ≤ 10 kWp 12,34 ct/kWh • Ab 1.8.2026 −1 % halbjährlich. 20 Jahre garantiert ab Inbetriebnahme. Quelle: BNetzA / EEG.
Solarspitzengesetz (seit 25.2.2025) — 60 %-Begrenzung Neue Anlagen ohne Smart-Meter-Gateway sind auf 60 % Wirkleistung gedrosselt (statt 70 % früher). Mit Smart-Meter-Pflicht-Rollout bis Ende 2026 entfällt Begrenzung. Bestandsanlagen vor 25.2.2025 = unbegrenzt.
0 % MwSt §12 UStG & §3 Nr. 72 EStG (PV ≤ 30 kWp) Lieferung + Installation + Speicher = umsatzsteuerfrei. Erträge einkommensteuerfrei. Kein Gewerbe-Anzeige. BMF-FAQ 17.7.2023, gilt 2026 unverändert.

Der Rechner liefert den realistischen Jahres-Ertrag einer Photovoltaik-Anlage in Deutschland aus fünf Eingaben: Anlagengröße in kWp, Postleitzahl, Ausrichtung (8 Himmelsrichtungen), Dachneigung und Verschattung. Die Postleitzahl wählt aus zehn Globalstrahlungs-Clustern (DWD-Bezug 2025, 1.010 kWh/m²/a Hamburg-Nord bis 1.180 kWh/m²/a Süd-Bayern); Ausrichtung und Neigung modifizieren über bekannte Korrekturfaktoren; Performance Ratio (PR) bündelt Wechselrichter-, Kabel-, Verschmutzungs- und Temperatur-Verluste (Default 0,82 = moderne Anlage 2024+).

Worked Example — 10 kWp in München, Süd 35°

  1. PLZ 80331 (Leitzahl 8) ergibt Globalstrahlung G = 1.180 kWh/m²/a.
  2. Ausrichtungsfaktor fAusr Süd = 1,00; Neigungsfaktor fNeig 35° = 1,00 (im Optimum 25–40°); Verschattungsfaktor fVersch = 1,00 (frei).
  3. Korrekturfaktor gesamt = 1,00 × 1,00 × 1,00 = 1,00.
  4. Spezifischer Ertrag = G × Korrektur × PR = 1.180 × 1,00 × 0,82 = 968 kWh/kWp/a.
  5. Jahres-Ertrag = 968 × 10 kWp = 9.680 kWh/Jahr.
  6. €-Wert: bei 35 % Eigenverbrauchsquote und 37 ct/kWh Strompreis spart die Anlage 9.680 × 0,35 × 0,37 = 1.253 €; die übrigen 65 % werden mit 7,78 ct/kWh eingespeist (EEG-Satz Q1+Q2 2026 für Anlagen ≤ 10 kWp Teileinspeisung) und bringen 9.680 × 0,65 × 0,0778 = 489 €. Summe: 1.742 €/Jahr.

PLZ-Leitzahl-Cluster Globalstrahlung

Leitzahl Region Globalstrahlung kWh/m²/a
0 (01–09) Sachsen, östliches Brandenburg, Dresden 1.080
1 (10–19) Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern 1.040
2 (20–29) Hamburg, Schleswig-Holstein, Nord-Niedersachsen 1.010
3 (30–39) Hannover, Bremen, Süd-Niedersachsen, Nordhessen 1.030
4 (40–49) Münster, Ruhrgebiet, Westfalen, Ost-NRW 1.060
5 (50–59) Köln, Bonn, Aachen, Eifel, Rheinland 1.080
6 (60–69) Frankfurt, Hessen, Saarland, Pfalz, Mainz 1.130
7 (70–79) Stuttgart, Schwaben, Karlsruhe, Freiburg 1.180
8 (80–89) München, Augsburg, Niederbayern, Allgäu 1.180
9 (90–99) Nürnberg, Würzburg, Oberfranken, Bayreuth 1.150

Die Werte sind Cluster-Mittelwerte; einzelne Hochlagen (Bodensee-Region PLZ 78xxx mit bis 1.220 kWh/m², Niederbayerischer Donauraum mit bis 1.250) liegen darüber. Wer es genau braucht, gibt die abweichende Globalstrahlung über das PR-Override im Erweitert-Slot ein (PR linear skaliert mit dem Endergebnis).

Ausrichtungs- und Neigungs-Korrektur

Ausrichtung Faktor Neigung Faktor
Süd (Optimum) 1,00 0° (Flachdach) 0,89
SO / SW 0,95 5–15° 0,89–0,95
O / W 0,85 20–30° 0,95–1,00
NO / NW 0,75 30–40° (Optimum) 1,00
Nord 0,55 40–60° 0,98–0,93
90° (Fassade) 0,75

Faktoren entsprechen der Konvergenz mehrerer Quellen (photovoltaik.org, energie-experten.org, solaranlagen-portal.com). Bei reiner Nordlage und flachem Dach kann der Faktor höher sein (~0,65), bei steiler Nordfassade tiefer (~0,40); reine N-Anlagen rechnen sich selten innerhalb der 20-jährigen EEG-Förderperiode.

Performance Ratio: warum nicht 100 %

Die Performance Ratio (PR) bildet die Systemverluste zwischen DC-Modul-Nennleistung und AC-Wirkleistung am Zähler ab. Typische Verlust-Komponenten und ihre Größenordnung:

Wechselrichter-Wirkungsgrad
96–98 % (Standard-Strangwechselrichter); Mikrowechselrichter erreichen ~96 %.
Temperatur-Effekt
−0,3 bis −0,4 %/K über 25 °C Modul-Zelltemperatur. Im Sommer bei 60 °C Zelltemperatur sind das −10 bis −14 %.
Verschmutzung / Pollen / Schnee
2–5 %; bei seltener Reinigung oder hoher Pollen-Last in BW/BY mehr.
Kabel- und MPP-Tracker-Verluste
1–3 %; bei langen DC-Strecken oder unterdimensionierten Querschnitten höher.
Mismatch / Toleranz
1–3 %; Modul-Streuung im String, Verschaltung.

Die Summe ergibt für moderne Anlagen 2024+ einen PR-Wert von 0,80–0,85; PVGIS rechnet als Default mit 14 % Verlust (PR = 0,86), was leicht optimistisch ist. Der Calculator nutzt 0,82 als realistischer Mittelwert; Profi-Override im Erweitert-Slot.

Häufige Irrtümer

  • „Module sind bei 5 m²/kWp falsch — früher hieß es 10 m²/kWp.“ Moderne Module 2024+ leisten 220–240 Wp/m² (zelltechnisch HJT/TOPCon); damit benötigt 1 kWp ~5 m² inkl. Modul-Abstand. Frühere 10 m²/kWp-Faustregel galt für 100–130-Wp-Module der frühen 2000er.
  • „Solarspitzengesetz drosselt auf 70 %.“ Falsch — seit 25.2.2025 gilt eine 60 %-Wirkleistungsbegrenzung für neue Anlagen ohne Smart-Meter-Gateway (nicht 70 % wie bis 2024). Mit Smart-Meter-Pflicht-Rollout bis Ende 2026 entfällt die Begrenzung wieder. Bestandsanlagen vor 25.2.2025 sind nicht betroffen.
  • „Eigenverbrauchsquote ist nur eine €-Frage.“ Sie ist eine physikalische Verteilung der erzeugten kWh: Was nicht direkt verbraucht oder gespeichert wird, fließt ins Netz. Ohne Speicher: 25–30 % EVQ. Mit 5 kWh Speicher: 50–55 %. Mit 10 kWh + Sektorenkopplung (Wärmepumpe + E-Auto): 65–80 %. Die wirtschaftliche Kalkulation der Anlage hängt extrem von dieser Quote ab — Strompreis (37 ct) zu Einspeisevergütung (7,78 ct) Verhältnis 1:4,8.
  • „Die EEG-Vergütung ist immer 7,78 ct/kWh.“ Nur für Teileinspeisung ≤ 10 kWp Q1+Q2 2026. Anlagen 10–40 kWp bekommen 6,73 ct/kWh, Volleinspeisung ≤ 10 kWp 12,34 ct. Ab 1.8.2026 sinken alle Sätze halbjährlich um etwa 1 % (BNetzA-Degression). Der Tarif wird 20 Jahre ab Inbetriebnahme garantiert.

Verwandte Berechnungen

Wer noch keine Anlage geplant hat und aus dem Stromverbrauch die passende Anlagengröße ableiten will, nutzt den PV-Sizing-Rechner (Verbrauch + Sektorenkopplung → kWp-Empfehlung mit Wirtschaftlichkeitsbilanz). Für die sinnvolle Verwertung von PV-Überschüssen bei niedriger Eigenverbrauchsquote eignen sich ein PV-Heizstab für Brauchwasser-Erwärmung oder ein Pufferspeicher für Wärmepumpen, der Lastspitzen aus PV-Überschuss zeitversetzt nutzt. Wer eine Förder-Übersicht zu energetischer Sanierung sucht, findet sie im KfW-Sanierungs-Zuschuss-Rechner.