Start Nicht kategorisiert Heizstab PV-Überschuss Rechner — Leistung dimensionieren

Heizstab PV-Überschuss Rechner — Leistung dimensionieren

PV-Überschuss-Heizstab dimensionieren: Anlagengröße, Eigenverbrauch und Brauchwasserbedarf gegen 2/3/6/9 kW Standardgrößen — mit jährlicher Energiebilanz und Wirtschaftlichkeit gegenüber Einspeisevergütung.

PV-Anlage und Verbrauch

30 %
Empfohlene Heizstab-Leistung
3kW
Heizstab-Energie/Jahr: 2.625 kWh Brauchwasser-Deckung: 87,5 %
Mehrwert ggü. reiner Einspeisung: +583 €/Jahr
3 kW Heizstab passt zur 5 kWp-Anlage und deckt mit 300 L Speicher den Brauchwasserbedarf zu 87,5 % aus PV-Überschuss.

Jahres-Energiebilanz (kWh)

PV-Erzeugung gesamt: 5.000 kWh/a 1.500 2.625 875
Direktverbrauch 1.500 Heizstab-Eigennutzung 2.625 Einspeisung 875
Heizstab-Eigennutzung (Strompreis-Ersparnis):+787,50 €
Resteinspeisung × Vergütung:+68,16 €
Δ vs. reiner Einspeisung (alles einspeisen):+583,01 €
Erweiterte Einstellungen
30,0 ct
7,79 ct
30 K
75 %

Wie der Rechner Heizstab-Leistung empfiehlt

Aus PV-Anlagengröße und Direkt-Eigenverbrauch ergibt sich ein Jahres-Bruttoüberschuss. Davon ist nur der saisonal nutzbare Anteil (Mai–September dominant) heizstab-tauglich — Winter-Überschuss ist faktisch null. Das Tool nimmt das Minimum aus drei Limits — Saison-Pool, Brauchwasserbedarf, Speicher-Tageskapazität — und mappt die PV-Größe auf eine der vier Marktstandard-Leistungen 2 / 3 / 6 / 9 kW.

Standard-Heizstäbe im DACH-Markt

2 kW — kleine Speicher 150–250 L
Singles, Paare, Balkonkraftwerk-Erweiterungen.
3 kW — EFH-Standard, dominante Größe
my-PV AC ELWA-E ist hier der Marktführer mit integrierter Überschuss-Regelung. Passt zu PV 3–5,5 kWp und 200–400 L Brauchwasserspeicher.
6 kW — größere Anlagen, ≥500 L Speicher
PV 5,5–8 kWp; auch Heizungspuffer-Einsatz in der Übergangszeit.
9 kW — Maximum, große Heizungs-Pufferspeicher
Fronius Ohmpilot moduliert stufenlos bis 9 kW; sinnvoll ab PV >8 kWp mit ≥800 L Pufferspeicher.

Heizstab vs. Wärmepumpe — Wirkungsgrad

Der Heizstab arbeitet mit COP = 1,0: eine Kilowattstunde Strom liefert genau eine Kilowattstunde Wärme (resistiv, kein Gewinn, kein Verlust). Eine Wärmepumpe erreicht COP 3–4 (JAZ 3,5–4,5). Energetisch gewinnt die WP klar — der Trick beim PV-Überschuss-Heizstab ist aber nicht der Vergleich Heizstab vs. WP, sondern Heizstab vs. Einspeisung: eingespeister Strom bringt 7,79 ct/kWh (Stand Q1+Q2 2026, Teileinspeisung ≤10 kWp; ab August 2026 noch 7,71 ct, halbjährliche Degression −1 %). Derselbe Strom durch den Heizstab spart Bezugsstrom mit ≈ 30 ct/kWh — die Spreizung von 22 ct ist der Mehrwert pro kWh-shift.

Häufige Irrtümer (Fact-Check 2026)

«Der Heizstab wird von der BAFA gefördert»
Falsch. Die BAFA hat 2026 keine direkte Photovoltaik-Förderung mehr und keine separate Heizstab-Position. PV läuft über KfW 270 (zinsverbilligter Kredit, kein Zuschuss); der Heizstab als reine PV-Komponente ist nicht eigenständig förderfähig. Nur als Bestandteil einer geförderten Wärmepumpe (KfW 458/459) ist er indirekt im Paket.
«Heizstab macht meine PV im Winter rentabel»
Falsch. November–Februar liefert eine PV-Anlage in Deutschland nur 5–15 % des Jahresertrags. Der vermarktete «Winter-Heizungspuffer mit Solarstrom» ist faktisch wertlos. Auslegung zielt auf Sommer-Brauchwasser-Vollabdeckung, nicht Winterheizung.
«30 % Eigenverbrauch reicht — der Rest geht eh weg»
Halb richtig. Ohne Speicher und steuerbare Verbraucher liegt die Eigenverbrauchsquote bei 25–35 %. Ein Heizstab hebt sie um 10–15 Prozentpunkte. Mit Batteriespeicher 5–10 kWh erreicht man 60–70 %.

Worked example: 5 kWp Mitteldeutschland

  1. PV-Erzeugung: 5 kWp × 1.000 kWh/(kWp·a) = 5.000 kWh/a
  2. Direktverbrauch: 5.000 × 30 % = 1.500 kWh/a
  3. Bruttoüberschuss: 5.000 − 1.500 = 3.500 kWh/a
  4. Saisonal nutzbar (75 %): 3.500 × 0,75 = 2.625 kWh/a
  5. Speicher-Kapazität (300 L × 30 K × 1,163 / 1.000 × 365): ≈ 3.820 kWh/a — kein Limit
  6. Brauchwasserbedarf 3.000 kWh/a — kein Limit
  7. Heizstab-Eigennutzung = min(2.625; 3.000; 3.820) = 2.625 kWh/a
  8. Deckungsgrad: 2.625 / 3.000 = 87,5 %
  9. Δ €/a vs. Einspeisung: 2.625 × (0,30 − 0,0779) = +583 €/a
  10. Empfehlung: 3 kW Heizstab (5 kWp im Range 3–5,5 kWp)

Häufige Auslegungsfehler

  • Heizstab überdimensioniert. 6 kW an einer 5 kWp-Anlage taktet ständig — die PV-Spitzenleistung wird selten erreicht und der Standard-Heizstab kann nicht modulieren (außer Fronius Ohmpilot stufenlos). Lieber kleiner und länger laufen lassen.
  • Speicher zu klein. Ein 100-L-Mini-Speicher bremst alles auf ≈ 1.270 kWh/a Aufnahme — selbst bei 8 kWp PV. Faustregel: Brauchwasserspeicher ≥200 L für EFH.
  • Eigenverbrauchsquote inklusive Heizstab eingegeben. Den Wert OHNE Heizstab eintragen — sonst doppelte Anrechnung.

Verwandt: für die Pufferspeicher-Auslegung der Wärmepumpe (EVU-Sperrzeit + VDI 4645) existiert ein eigenes Tool. Wer Heizstab gegen Wärmepumpe abwägt, sollte zuerst die Heizlast nach DIN EN 12831 kennen — ohne diese Zahl ist jede Heizungs-Investition Bauchgefühl. Der GEG-Heizungs-Tausch-Deadline-Rechner klärt, ob die alte Heizung gesetzlich getauscht werden muss.