PV-Überschuss-Heizstab dimensionieren: Anlagengröße, Eigenverbrauch und Brauchwasserbedarf gegen 2/3/6/9 kW Standardgrößen — mit jährlicher Energiebilanz und Wirtschaftlichkeit gegenüber Einspeisevergütung.
PV-Anlage und Verbrauch
Jahres-Energiebilanz (kWh)
Erweiterte Einstellungen
Wie der Rechner Heizstab-Leistung empfiehlt
Aus PV-Anlagengröße und Direkt-Eigenverbrauch ergibt sich ein Jahres-Bruttoüberschuss. Davon ist nur der saisonal nutzbare Anteil (Mai–September dominant) heizstab-tauglich — Winter-Überschuss ist faktisch null. Das Tool nimmt das Minimum aus drei Limits — Saison-Pool, Brauchwasserbedarf, Speicher-Tageskapazität — und mappt die PV-Größe auf eine der vier Marktstandard-Leistungen 2 / 3 / 6 / 9 kW.
Standard-Heizstäbe im DACH-Markt
- 2 kW — kleine Speicher 150–250 L
- Singles, Paare, Balkonkraftwerk-Erweiterungen.
- 3 kW — EFH-Standard, dominante Größe
- my-PV AC ELWA-E ist hier der Marktführer mit integrierter Überschuss-Regelung. Passt zu PV 3–5,5 kWp und 200–400 L Brauchwasserspeicher.
- 6 kW — größere Anlagen, ≥500 L Speicher
- PV 5,5–8 kWp; auch Heizungspuffer-Einsatz in der Übergangszeit.
- 9 kW — Maximum, große Heizungs-Pufferspeicher
- Fronius Ohmpilot moduliert stufenlos bis 9 kW; sinnvoll ab PV >8 kWp mit ≥800 L Pufferspeicher.
Heizstab vs. Wärmepumpe — Wirkungsgrad
Der Heizstab arbeitet mit COP = 1,0: eine Kilowattstunde Strom liefert genau eine Kilowattstunde Wärme (resistiv, kein Gewinn, kein Verlust). Eine Wärmepumpe erreicht COP 3–4 (JAZ 3,5–4,5). Energetisch gewinnt die WP klar — der Trick beim PV-Überschuss-Heizstab ist aber nicht der Vergleich Heizstab vs. WP, sondern Heizstab vs. Einspeisung: eingespeister Strom bringt 7,79 ct/kWh (Stand Q1+Q2 2026, Teileinspeisung ≤10 kWp; ab August 2026 noch 7,71 ct, halbjährliche Degression −1 %). Derselbe Strom durch den Heizstab spart Bezugsstrom mit ≈ 30 ct/kWh — die Spreizung von 22 ct ist der Mehrwert pro kWh-shift.
Häufige Irrtümer (Fact-Check 2026)
- «Der Heizstab wird von der BAFA gefördert»
- Falsch. Die BAFA hat 2026 keine direkte Photovoltaik-Förderung mehr und keine separate Heizstab-Position. PV läuft über KfW 270 (zinsverbilligter Kredit, kein Zuschuss); der Heizstab als reine PV-Komponente ist nicht eigenständig förderfähig. Nur als Bestandteil einer geförderten Wärmepumpe (KfW 458/459) ist er indirekt im Paket.
- «Heizstab macht meine PV im Winter rentabel»
- Falsch. November–Februar liefert eine PV-Anlage in Deutschland nur 5–15 % des Jahresertrags. Der vermarktete «Winter-Heizungspuffer mit Solarstrom» ist faktisch wertlos. Auslegung zielt auf Sommer-Brauchwasser-Vollabdeckung, nicht Winterheizung.
- «30 % Eigenverbrauch reicht — der Rest geht eh weg»
- Halb richtig. Ohne Speicher und steuerbare Verbraucher liegt die Eigenverbrauchsquote bei 25–35 %. Ein Heizstab hebt sie um 10–15 Prozentpunkte. Mit Batteriespeicher 5–10 kWh erreicht man 60–70 %.
Worked example: 5 kWp Mitteldeutschland
- PV-Erzeugung: 5 kWp × 1.000 kWh/(kWp·a) = 5.000 kWh/a
- Direktverbrauch: 5.000 × 30 % = 1.500 kWh/a
- Bruttoüberschuss: 5.000 − 1.500 = 3.500 kWh/a
- Saisonal nutzbar (75 %): 3.500 × 0,75 = 2.625 kWh/a
- Speicher-Kapazität (300 L × 30 K × 1,163 / 1.000 × 365): ≈ 3.820 kWh/a — kein Limit
- Brauchwasserbedarf 3.000 kWh/a — kein Limit
- Heizstab-Eigennutzung = min(2.625; 3.000; 3.820) = 2.625 kWh/a
- Deckungsgrad: 2.625 / 3.000 = 87,5 %
- Δ €/a vs. Einspeisung: 2.625 × (0,30 − 0,0779) = +583 €/a
- Empfehlung: 3 kW Heizstab (5 kWp im Range 3–5,5 kWp)
Häufige Auslegungsfehler
- Heizstab überdimensioniert. 6 kW an einer 5 kWp-Anlage taktet ständig — die PV-Spitzenleistung wird selten erreicht und der Standard-Heizstab kann nicht modulieren (außer Fronius Ohmpilot stufenlos). Lieber kleiner und länger laufen lassen.
- Speicher zu klein. Ein 100-L-Mini-Speicher bremst alles auf ≈ 1.270 kWh/a Aufnahme — selbst bei 8 kWp PV. Faustregel: Brauchwasserspeicher ≥200 L für EFH.
- Eigenverbrauchsquote inklusive Heizstab eingegeben. Den Wert OHNE Heizstab eintragen — sonst doppelte Anrechnung.
Verwandt: für die Pufferspeicher-Auslegung der Wärmepumpe (EVU-Sperrzeit + VDI 4645) existiert ein eigenes Tool. Wer Heizstab gegen Wärmepumpe abwägt, sollte zuerst die Heizlast nach DIN EN 12831 kennen — ohne diese Zahl ist jede Heizungs-Investition Bauchgefühl. Der GEG-Heizungs-Tausch-Deadline-Rechner klärt, ob die alte Heizung gesetzlich getauscht werden muss.