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Pufferspeicher Wärmepumpe Rechner — Liter-Auslegung

Pufferspeicher-Volumen für Wärmepumpen — VDI 4645 Faustformel, EVU-Sperrzeit-Überbrückung und Decision-Tree Reihenpuffer/Trennspeicher.

Auslegungs-Modus

EVU-Modus: Speicher liefert Heizleistung während EVU-Sperre. Standard: 30 L/(kW·h Sperrzeit) nach VDI 4645.

Wärmepumpe + Heizsystem

Empfohlenes Pufferspeicher-Volumen (EVU-Bridge)
L
nächste Standardgröße: L spez. Auslegung:
EVU-Überbrückungs-Energie (bei aktivem Speicher): kWh
Bitte Heizlast und EVU-Sperrzeit wählen.

Reihenpuffer (3-Punkt-Anbindung)

WP Puffer FBH VL (direkt) RL durch Puffer

Vorlauf strömt direkt zum Heizkreis; Puffer im Rücklauf. Energetisch günstig, keine Vermischung. Bevorzugt: FBH-Neubau, 1 Heizkreis.

Trennspeicher (4-Punkt-Anbindung)

WP Puffer HK VL-WP VL-HK

Volumenströme WP-Seite und Verbraucher-Seite hydraulisch getrennt. Bevorzugt: HK-Bestand, mehrere Heizkreise mit eigener Regelung, Mischsystem.

Erweiterte Einstellungen
5 K
30
20

Faustformel oder EVU-Bridge — zwei verschiedene Auslegungsziele

Die im Internet umlaufende Zahl 20 L pro kW Wärmepumpenleistung stammt aus VDI 4645 (Abschnitt 8.8.4) und beschreibt nur die hydraulische Glättung: genug Volumen, damit die Wärmepumpe nicht im Sekundentakt aus- und einschaltet und die Abtauenergie für Defrost-Zyklen bereitstellt. Sie deckt keine EVU-Sperrzeiten ab. Wer den Speicher so dimensioniert, dass die Heizung während einer 2-stündigen Netzsperre weiterläuft, braucht den anderen Modus: 30 bis 40 Liter pro Kilowatt und pro Stunde Sperrzeit (VEVU = P × t × FaktorEVU). Beispiel: 8 kW × 2 h × 30 = 480 L Basisvolumen — bei Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Defrost-Aufschlag +15 % ergibt das 552 L, gerundet auf die nächste Standard-Größe 800 L.

Reihenpuffer oder Trennspeicher — Decision-Tree

Die Hydraulik-Einbindung hat größeren Einfluss auf die Effizienz als das exakte Volumen.

Reihenpuffer (3-Punkt, Rücklauf-Einbindung)
Vorlauf der Wärmepumpe strömt direkt zum Heizkreis, der Puffer sitzt nur im Rücklauf. Keine Vermischung, Vorlauftemperatur bleibt konstant. Bevorzugt bei Fußbodenheizung im Neubau mit einem Heizkreis.
Trennspeicher (4-Punkt, hydraulische Trennung)
Volumenströme WP-Seite und Verbraucher-Seite getrennt, Puffer als Drehscheibe. Kompensiert niedrige Volumenströme in Heizkörper-Bestand und entkoppelt mehrere Heizkreise mit eigener Regelung. Standardlösung bei Sanierung und Misch-System FBH+Heizkörper.

Worked Example — saniertes EFH 140 m², 8 kW Wärmepumpe

  1. Heizlast aus dem überschlägigen Heizlast-Rechner bestimmen: 70 W/m² × 140 m² = 9,8 kW → gewählte Wärmepumpe 8 kW (modulierend).
  2. Lokaler Netzbetreiber sperrt 2× 1 h täglich (kombiniert 2 h) — Auslegung auf vollständige EVU-Bridge.
  3. VBasis = 8 kW × 2 h × 30 L/(kW·h) = 480 L.
  4. Luft-Wasser-Wärmepumpe → Defrost-Aufschlag +15 % → 552 L.
  5. Nächste handelsübliche Standard-Größe: 800 L. Gespeicherte Energie bei FBH-Spreizung 5 K = 800 × 5 × 1,163 / 1000 = 4,65 kWh.
  6. FBH + Neubau + 1 Heizkreis → Reihenpuffer empfohlen (3-Punkt-Anbindung).

Häufige Fehler

  • Faustformel als EVU-Bridge missverstehen. 20 L/kW liefert nur Hydraulik-Glättung. Wer zwei Stunden Vollheizleistung puffern will, braucht ein Vielfaches.
  • Defrost vergessen. Luft-Wasser-Wärmepumpen entnehmen während Abtauphasen Wärme aus dem Heizkreis — ohne Speicher-Reserve sinkt die Vorlauftemperatur kurzfristig.
  • Förderbedingung fehlinterpretieren. Die häufig zitierte Mindest-Vorgabe „30 L/kW“ kommt aus dem BAFA-Programm für Biomasse-Heizkessel — sie gilt nicht für Wärmepumpen. Die staatliche GEG-/KfW-Förderung für Wärmepumpen (KfW 458/459 seit 2024) macht keine direkte Liter-Vorgabe; entscheidend sind Effizienz-Kennwerte (JAZ ≥ 3,0).
  • Standardgröße ignorieren. Hersteller (Stiebel Eltron, Buderus, Wolf, Vaillant, Viessmann) liefern 200 / 300 / 500 / 800 / 1000 L. Berechnete 552 L kauft niemand — der Calc rundet automatisch auf 800 L.

Wann ist ein Pufferspeicher überhaupt nötig?

Bei reiner Fußbodenheizung im Neubau ohne EVU-Sperre und mit ausreichend Wasserinhalt im Estrich (≥ 50 m² FBH-Fläche) kann der Speicher entfallen. Im Sanierungsbestand mit Heizkörpern, Mischsystem oder thermostatisch geregelten Räumen ist er praktisch immer sinnvoll — sonst taktet die Wärmepumpe und die Jahresarbeitszahl sinkt um 0,2 bis 0,5 Punkte. Wer die raumweise Heizlast nach DIN EN 12831 für Förderantrag oder hydraulischen Abgleich bereits durchgerechnet hat, kennt die kritischen Räume mit hoher Mindestvolumenstrom-Anforderung — sie geben die Untergrenze für die Speichergröße vor.