Überschlägige Heizlast für Einfamilienhäuser nach Wohnfläche, Baujahr und Klimazone — Schätzung der erforderlichen Wärmeerzeuger-Leistung in kW.
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Wofür diese überschlägige Heizlast?
Für die frühe Planungsphase (Wärmepumpe dimensionieren, Sanierungs-Bilanz schätzen) reicht das Hüllflächenverfahren mit spezifischen Heizlasten q (W/m²) — die Faustformel q × beheizte Fläche, ergänzt um Klimazone und Sanierungs-Bonus. Genauigkeit ±20 % gegenüber DIN EN 12831; für hydraulischen Abgleich oder Förderantrag siehe die raumweise Norm-Heizlast nach DIN EN 12831.
Spezifische Heizlast nach Baujahr
| Baujahr / Standard | q (W/m²) |
|---|---|
| vor 1977 — ungedämmt | 150 |
| 1977–1995 unsaniert | 100 |
| 1977–1995 teilsaniert (Fenster oder Dach) | 80 |
| 1996–2009 (EnEV 2002/2007) | 70 |
| 2010–2014 (EnEV 2009/14) | 50 |
| ab 2015 (EnEV/GEG Neubau) | 40 |
| KfW-55 / KfW-40 / Passivhaus | 30 / 25 / 10 |
Default „1996–2009 (70 W/m²)“ als typischer Käufer-Bestand. Werte aus VDI 3807 und KfW-Referenzgebäuden. Sanierungs-Bonus reduziert q multiplikativ; das Produkt ist bei 0,65 gekappt (max 35 % Reduktion), zusätzlich Floor 15 W/m² für Nicht-Passivhäuser.
Beispiel — EFH 150 m², Baujahr 1985, Wand + Fenster saniert
qBasis = 100 (1977–95 unsaniert), Klimazone 3 (× 1,00), Wand × 0,80, Fenster × 0,90 → qeff = 72 W/m². ΦHL = 72 × 150 = 10,8 kW. Mit 15 % Reserve = 12,4 kW (Luft-Wasser-Wärmepumpe 12 kW oder modulierender Brennwertkessel 11–14 kW).
Häufige Fehler
- Wohnfläche statt beheizter Fläche. Garage, ungedämmter Keller, unbeheizter Spitzboden raus — sonst Heizung 15–25 % zu groß.
- Klimazone vergessen. Reine Faustformel q × m² unterschätzt Alpenstandorte (Zone 5) um 15 %.
- Sanierungs-Bonus zu großzügig. Drei Faktoren ergeben 0,80 × 0,85 × 0,90 ≈ 0,612 (39 % Reduktion). Ohne n50-Test unrealistisch — Calc kappt bei 0,65.
- Erzeuger ohne Reserve. Norm-Heizlast deckt nur Auslegungstemperatur. Für Warmwasser/Aufheizung 10–20 % Reserve Standard.
FAQ
Wie groß muss meine Wärmepumpe sein?
Heizlast bei Auslegungstemperatur (–10 bis –16 °C je nach Zone) plus 10–20 % Reserve. Beispiel 150-m²-EFH bei q = 70 W/m² → 10,5 kW → Wärmepumpe 11–13 kW. Überdimensionierung führt zu Takten und schlechter JAZ.
Reicht die überschlägige Heizlast für den KfW- oder BAFA-Förderantrag?
Nein. KfW 458/459 und BAFA-BEG verlangen raumweise Berechnung nach DIN EN 12831 vom Energieberater. Der Faustformel-Wert dient nur der Vorprüfung — ob die geplante Wärmepumpen-Größe grob passt. Für die normgerechte Berechnung siehe den DIN-EN-12831-Rechner.
Welche Heizlast hat ein Einfamilienhaus typisch?
Altbau vor 1977: 22–30 kW · 1977–95 unsaniert: 12–18 kW · teilsaniert: 9–14 kW · EnEV-Neubau ab 2002: 7–11 kW · KfW-55: 4–6 kW · Passivhaus < 2 kW. Median im DE-Bestand 10–14 kW (dena-Gebäudereport).