Kellerart
GEG 2024 Anlage 5. Unbeheizter Keller = Standardfall bei Bestandssanierung.Erweiterte Einstellungen — Rsi / Rse
Schichtaufbau (von oben/Wohnraum nach unten/Keller)
Schicht 1 = Wohnraum-Oberseite (Bodenbelag). Letzte Schicht = Kellerseite (z. B. Putz unter EPS).
GEG 2024 / KfW Status
Bewertung: GEG / KfW 261 prüfen Ueff = U·Fx; KfW-Effizienzhaus prüft U direkt. Bei beheiztem Keller (Fx=0) keine Bewertung.
Schichtweiser R-Wert-Beitrag (Diagramm + Tabelle)
Welche Schicht trägt am meisten zum Gesamt-R-Wert bei. Höher = mehr Dämmwirkung.
| # | Material | d (mm) | λ (W/m·K) | R (m²K/W) | Anteil |
|---|
Korrekturfaktor Fx nach GEG 2024 Anlage 5
Die Kellerdecke grenzt an einen Pufferraum mit Zwischentemperatur (typisch 8–12 °C im unbeheizten Keller statt 0 °C Außenluft). Der berechnete U-Wert wird vor dem Vergleich mit der Bauteilschwelle mit Fx multipliziert.
| Anwendungsbereich | Fx / fg | Quelle |
|---|---|---|
| Decke gegen unbeheizten Keller | 0,5 | GEG 2024 Anlage 5 |
| Decke gegen beheizten Keller (Souterrain) | 0 | kein Außenbauteil |
| Decke gegen Erdreich (Hohlraum, Kriechkeller) | 0,6 | DIN V 4108-6 |
| Außenluft (Vergleich) | 1,0 | — |
Berechnungsformel
RT = Rsi + Σ dj/λj + Rse → U = 1 / RT → Ueff = U · Fx
Wärmeübergangswiderstände bei Wärmestrom abwärts in unbeheizten Raum nach DIN EN ISO 6946: Rsi = 0,17 m²K/W (oben) und Rse = 0,17 m²K/W (unten) — nicht 0,04 wie an Außenluft. Das ist der häufigste Fehler in Online-Tools.
Beispielrechnung — 20 cm Stahlbeton + 10 cm Mineralwolle
Bestand: 200 mm Stahlbeton (λ = 2,3), nachträgliche unterseitige Dämmung 100 mm MW WLG 035 (λ = 0,035).
- RBauteil = 0,20/2,3 + 0,10/0,035 = 0,087 + 2,857 = 2,944 m²K/W
- RT = 0,17 + 2,944 + 0,17 = 3,284 m²K/W
- U ≈ 0,304 W/m²K → bei unbeheizt: Ueff = 0,304 · 0,5 ≈ 0,152 W/m²K
- Status: GEG 2024 erfüllt (≤ 0,30) und KfW 261 förderfähig (≤ 0,25)
Anforderungen GEG 2024 und KfW
- GEG 2024 Bestand-Sanierung Kellerdecke (§ 48, Anlage 7)
- U · Fx ≤ 0,30 W/m²K
- Sanierungspflicht (§ 47)
- Bei Eigentümerwechsel innerhalb 2 Jahren nachzurüsten, sofern Bestand U > 0,9 W/m²K (typisch ungedämmt vor 1984)
- KfW 261 Einzelmaßnahme BEG WG
- U · Fx ≤ 0,25 W/m²K — 15 % Zuschuss + 5 % iSFP-Bonus möglich
- KfW Effizienzhaus 55 / 40
- U ≤ 0,23 bzw. ≤ 0,18 W/m²K (Bauteilanteil, ohne Fx)
Häufige Fehler in der Praxis
- Fx-Korrektur vergessen. Wer im Nachweis nur U statt U·Fx einträgt, rechnet mit doppelt so hohem Wärmeverlust und verfehlt scheinbar 0,30 — obwohl der Aufbau konform ist. BAFA-Antrag wird abgelehnt.
- Beheizter Keller mit Fx = 0,5. Bei beheiztem Souterrain gilt Fx = 0 — die Decke ist Innenbauteil, energetisch irrelevant. Dämmung wirkt nur akustisch.
- Trittschall WLG 040 als Wärmedämmung gerechnet. 20–30 mm Trittschall liefern R = 0,5–0,75 — viel zu wenig. Echte Wärmedämmung 8–14 cm zusätzlich nötig.
- Wärmebrücke am Kellerwand-Anschluss übersehen. Wenn die unterseitige Dämmung nicht 30–50 cm an den aufgehenden Kellerwänden hochgezogen wird, bildet sich eine Schimmel-Risikozone an der Decken-Wand-Ecke im Wohnraum.
- Dampfbremse bei oberseitiger Dämmung falsch positioniert. Verschiebt den Taupunkt — bei feuchten Räumen über Keller (Bad, Küche) Tauwassernachweis nach DIN 4108-3 erbringen.