Wärmedurchgangskoeffizient mehrschichtiger Außenwände nach DIN EN ISO 6946 — Schichteingabe mit λ-Bemessungswerten, GEG-2024- und KfW-Status-Prüfung, schichtweise R-Wert-Aufteilung.
Konstruktion und Wärmeübergänge
Werte nach DIN EN ISO 6946 Tabelle 1 (Wärmeübergangswiderstände).Rsi / Rse manuell überschreiben
Schichtaufbau (von innen nach außen)
Schicht 1 = Innenseite (Rauminnen). Letzte Schicht = Außenseite.
GEG 2024 / KfW-Effizienzhaus Status
Anforderungen für Außenwand. Bei anderem Konstruktionstyp gelten teils andere Werte (siehe GEG Anlage 7).
Schichtweiser R-Wert-Beitrag
Welche Schicht trägt wieviel zum Gesamt-R-Wert bei? Höher = mehr Dämmwirkung pro mm.
| # | Material | d (mm) | λ (W/m·K) | R (m²K/W) | Anteil |
|---|
So berechnet sich der U-Wert
Bei einer mehrschichtigen Außenwand setzt sich der Wärmedurchlasswiderstand aus den Schichten plus den Wärmeübergangswiderständen Rsi (innen) und Rse (außen) zusammen:
R_T = Rsi + Σ (d_j / λ_j) + Rse U = 1 / R_T [W/(m²·K)]
Für die Außenwand gilt nach DIN EN ISO 6946 Tabelle 1: Rsi = 0,13, Rse = 0,04 m²K/W. Bei Decken nach unten (Kellerdecke) ändert sich Rsi auf 0,17, bei Decken nach oben (oberste Geschossdecke) auf 0,10.
Übliche λ-Bemessungswerte (DIN 4108-4)
- Mineralwolle WLG 035 / 040
- λ = 0,035 / 0,040
- EPS 035 weiß / 032 grau
- λ = 0,035 / 0,032
- PUR / PIR Hartschaum
- λ = 0,024
- Holzfaser / Hanf / Zellulose
- λ = 0,040
- Vollziegel / Kalksandstein
- λ = 0,50 / 0,99
- Poroton T9 / T7
- λ = 0,09 / 0,07
- Stahlbeton
- λ = 2,30
- Innen-/Außenputz
- λ = 0,40 / 0,87
Auf dem Datenblatt steht oft der Nennwert (WLG-Nummer). Für die Bauphysik-Rechnung muss der Bemessungswert nach DIN 4108-4 bzw. allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung angesetzt werden — typisch 5–15 % über dem Nennwert.
Beispielrechnung — Stahlbeton mit WDVS
Aufbau: 1,5 cm Innenputz · 20 cm Stahlbeton · 16 cm EPS 035 · 0,5 cm Spachtel · 0,5 cm Außenputz.
RBeton = 0,20/2,30 ≈ 0,087 · REPS = 0,16/0,035 ≈ 4,571 · andere Schichten zusammen ≈ 0,055.
RT ≈ 0,13 + 4,713 + 0,04 ≈ 4,88 m²K/W; U ≈ 0,205 W/(m²·K). Damit erfüllt: GEG-Bestand (≤ 0,24), GEG-Neubau (≤ 0,28), KfW 55 (≤ 0,20) knapp. Für KfW 40 (≤ 0,15) müsste die EPS-Dämmung auf ≈ 24 cm wachsen.
GEG 2024 — was wirklich gilt
Bei Sanierung im Bestand fordert das GEG 2024 (Anlage 7) für die Außenwand U ≤ 0,24 W/(m²·K), sobald mehr als 10 % der Bauteilfläche erneuert werden. Im Neubau wird der U-Wert nicht unmittelbar geregelt — entscheidend ist die Gesamtbilanz aus Jahres-Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust gegenüber dem Referenzgebäude. Eine Außenwand mit U ≤ 0,28 W/(m²·K) ist eine bewährte Faustformel. Bei denkmalgeschützten Fassaden lässt § 105 GEG Abweichungen zu.
Häufige Fehler in der Praxis
- Nennwert statt Bemessungswert — wer Mineralwolle WLG 035 mit λ = 0,035 ansetzt statt mit dem Bemessungswert 0,036–0,038, rechnet sich bis zu 8 % besser.
- Wärmebrücken vergessen — Sparren, Holzanteile, Dübel, Fensterlaibungen erhöhen den effektiven U-Wert um 0,05–0,10. Pauschalzuschlag ΔUWB = 0,05 bei flächiger Außendämmung, 0,10 ohne WB-Optimierung.
- Holzrahmenwand nur über das Gefach gerechnet — der Holzanteil (typ. 10–15 %) hat λ = 0,13, im Gefach λ = 0,035. Korrekt: flächengewichtet oder vereinfacht nach DIN EN ISO 6946 Anhang B.
- Innendämmung ohne Glaser-Nachweis — der Taupunkt verschiebt sich in die Mauerwerksflanke; ohne dampfbremsende Schicht und hygrothermische Simulation droht Tauwasser an der Grenzfläche.