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Grunderwerbsteuer Rechner 2026 — alle Bundesländer + Kaufnebenkosten

Berechnung der Grunderwerbsteuer 2026 nach Bundesland mit aktuellen Sätzen, §3-Befreiungen und Kaufnebenkosten-Komplettbilanz (Notar, Grundbuch, Makler).

Notarieller Kaufpreis ohne bewegliches Inventar (siehe Hinweise unten)
Nordrhein-Westfalen: 6,5 % seit 01.01.2015
Geschwister, Onkel/Tante, Cousine sind nicht §3-befreit (häufiger Irrtum)
Falls angegeben, wird Aufschlag €/m² der Erwerbsnebenkosten berechnet
Grunderwerbsteuer
22.750 €
Bemessung: 6,5 % auf 350.000 € (Nordrhein-Westfalen)

Kaufpreis vs Gesamt-Investition +12,1 %
Kaufpreis GrESt Notar Grundbuch Makler Sonstige

Kaufpreis: 350.000 €
+ Grunderwerbsteuer: 22.750 €
+ Notarkosten (1,50 %): 5.250 €
+ Grundbuch (0,50 %): 1.750 €
+ Makler-Käuferanteil (3,57 %): 12.495 €
+ Sonstige (0,00 %): 0 €
= Gesamt-Investition: 392.245 €
Davon Erwerbsnebenkosten: 42.245 € (12,1 % Kaufpreis)
Erweiterte Einstellungen — Notar / Grundbuch / Makler / Sonstige
GNotKG-degressiv typisch 1,0–1,5 %; bei kleinen Kaufpreisen anteilig höher (Anpassung 06/2025)
~0,5 % typisch; deckt Eintragung Eigentümer + Auflassungsvormerkung + Löschung Vorbelastungen
§656c BGB: max. 50 % der Gesamtprovision (5,95–7,14 %). Bei Privatkauf 0 % eintragen
Optional: Bewertungsgutachten, Auflassungs-Sicherung, Versicherungs-Vorbeilage
Aktuelle Sätze 2026 — alle 16 Bundesländer
BundeslandSatz 2026Gültig seit
Bayern3,5 %01.01.1997
Baden-Württemberg5,0 %05.11.2011
Niedersachsen5,0 %01.01.2014
Rheinland-Pfalz5,0 %01.03.2012
Sachsen-Anhalt5,0 %01.03.2012
Thüringen5,0 %01.01.2024 (gesenkt von 6,5)
Bremen5,5 %01.07.2025 (erhöht von 5,0)
Hamburg5,5 %01.01.2023
Sachsen5,5 %01.01.2023
Berlin6,0 %01.01.2014
Hessen6,0 %01.08.2014
Mecklenburg-Vorpommern6,0 %01.07.2019
Brandenburg6,5 %01.07.2015
Nordrhein-Westfalen6,5 %01.01.2015
Saarland6,5 %01.01.2015
Schleswig-Holstein6,5 %01.01.2014
Häufige Fragen zu Befreiungen

Sind Geschwister-Übertragungen GrESt-befreit?

Nein. §3 Nr. 6 GrEStG befreit nur Verwandte in gerader Linie (Eltern, Kinder, Enkel, Großeltern). Geschwister sind Verwandte in der Seitenlinie und zahlen den vollen Satz. Häufiger Praxis-Irrtum.

Was zählt als „bewegliches Inventar"?

Einbauküche, Markisen, Sauna, Möbel können separat im Vertrag aufgeführt werden und mindern die GrESt-Bemessung. Realistische Marktwerte ansetzen — Finanzamt prüft bei auffälligen Splittings.

Gibt es einen Freibetrag wie bei Erbschaft?

Nein. GrESt kennt keinen persönlichen Freibetrag. Einzige Bagatellgrenze: Kaufpreis ≤ 2.500 € (§3 Nr. 1). Thüringen hat seit 2024 eine separate Erstattung bis 25.000 € für selbstnutzende Erstkäufer auf Antrag.

Beim Immobilienkauf in Deutschland fällt die Grunderwerbsteuer (GrESt) als Bundesländer-Sache an — der Satz reicht 2026 von 3,5 % in Bayern bis 6,5 % in Brandenburg, NRW, Saarland und Schleswig-Holstein. Gleichzeitig kommen Notar-, Grundbuch- und Maklergebühren hinzu, die zusammen mit der GrESt die Erwerbsnebenkosten bilden — meist 10–15 % über dem reinen Kaufpreis. Wer den Steuersatz isoliert betrachtet, unterschätzt die finale Investitionssumme.

Aktuelle 2026-Sätze — zwei Änderungen seit 2024 beachten

  • Bremen: Erhöhung von 5,0 % auf 5,5 % zum 01.07.2025 (Senatsbeschluss 03.12.2024 zur Haushaltssanierung)
  • Thüringen: Senkung von 6,5 % auf 5,0 % zum 01.01.2024 — bislang einzige Senkung in der Geschichte der Grunderwerbsteuer; zusätzlich gibt es seit 2024 eine separate Erstattung bis 25.000 € für selbstnutzende Erstkäufer auf Antrag (binnen 6 Monaten nach Grundbucheintrag)

NRW diskutiert (Stand 05/2026) eine FDP-Initiative zur Senkung von 6,5 % auf 5,0 % — ein Beschluss steht noch aus. Bis dahin gilt 6,5 %.

Worked example: 450.000 € Eigenheim in NRW

  1. Kaufpreis: 450.000 €
  2. Grunderwerbsteuer: 450.000 € × 6,5 % = 29.250 €
  3. Notarkosten (1,5 %): 6.750 €
  4. Grundbuchgebühren (0,5 %): 2.250 €
  5. Maklerprovision Käufer-Anteil 3,57 % (§656c BGB, hälftige Teilung der typischen 7,14 % Gesamtprovision inkl. MwSt): 16.065 €
  6. Erwerbsnebenkosten gesamt: 29.250 + 6.750 + 2.250 + 16.065 = 54.315 €
  7. Gesamt-Investition: 450.000 + 54.315 = 504.315 € — also 12,1 % über dem Kaufpreis

Bei einem Privatkauf ohne Makler reduziert sich die Last auf 488.250 € — knapp 8,5 % Aufschlag.

§3 GrEStG Befreiungen — verbreitete Irrtümer

§3 Nr. 4 — Ehegatten / eingetragene Lebenspartner
Übertragungen zwischen Eheleuten / Lebenspartnern sind vollständig GrESt-frei. Auch nach §3 Nr. 5 bei Vermögensauseinandersetzung im Zuge einer Scheidung.
§3 Nr. 6 — Verwandte in gerader Linie
Eltern, Kinder, Großeltern, Enkel, Urenkel — auf- und absteigend in gerader Linie. Stiefkinder eingeschlossen. Geschwister, Onkel, Tante, Cousine sind nicht §3-befreit (Seitenlinie). Häufiger Praxis-Irrtum.
§3 Nr. 2 — Erbe und Schenkung
Erbschaften und Schenkungen unterliegen nicht der GrESt, sondern dem separaten Erbschaft- bzw. Schenkungssteuerverfahren. Bei Übertragungen zu Lebzeiten an Kinder lohnt sich oft die Schenkung statt eines Kaufs — die Schenkungssteuer-Freibeträge nach §16 ErbStG (400.000 € pro Kind, alle 10 Jahre erneuerbar) liegen meist über dem Verkehrswert.
§3 Nr. 1 — Bagatell-Grenze
Kaufpreise bis 2.500 € sind GrESt-frei.
§6a GrEStG — Konzernklausel
Umstrukturierungen innerhalb eines Konzerns (95 %-Beteiligung, 5 Jahre Vor- und Nachfrist, UmwG-Umwandlung). BFH-Urteile 25.09.2024 und 21.05.2025 haben Detailfragen zur „herrschenden Person“ geklärt. Praxis: professionelle Beratung erforderlich.

Häufige Irrtümer rund um die Erwerbsnebenkosten

  • „Notar = pauschal 1,5 %“: Die GNotKG-Tabelle ist degressiv. Bei kleinen Kaufpreisen (z. B. 80.000 €) liegt der prozentuale Anteil über 2 %, bei großen (1 Mio. €) unter 1 %. Die Anpassung der Notargebühren zum 01.06.2025 wirkt sich vor allem im mittleren Segment aus.
  • „Makler zahlt der Verkäufer“: Seit dem 23.12.2020 gilt §656c BGB — bei Wohnimmobilien an Privatkäufer kann ein Makler die Provision maximal hälftig auf den Käufer abwälzen. Vorher war die volle Käuferprovision in einigen Bundesländern (z. B. NRW, Berlin, Hamburg) üblich.
  • „Bewegliches Inventar mindert die Steuer“: Stimmt — Einbauküche, Sauna, Markisen, Möbel können separat im Vertrag mit realistischen Marktwerten ausgewiesen werden. Das mindert die GrESt-Bemessung. Aber: Finanzämter prüfen auffällige Splittings.
  • „Erbschaft ist GrESt-frei, Schenkung nicht“: Beide sind nach §3 Nr. 2 GrEStG frei; sie unterliegen aber der Erbschaft- bzw. Schenkungssteuer mit eigenen Freibeträgen — siehe Erbschaftssteuer-Rechner und Schenkungssteuer-Rechner.

Wann ist GrESt im Kontext anderer Immobilien-Steuern relevant?

Beim Verkauf einer vermieteten Immobilie binnen zehn Jahren nach Anschaffung kommt zusätzlich die Spekulationssteuer auf den Veräußerungsgewinn ins Spiel. Bei Übertragungen innerhalb der Familie lohnt der Direktvergleich Kauf-vs-Schenkung-vs-Erbschaft — die Steuerlast unterscheidet sich teils erheblich, weil die Schenkungs-/Erbschaftssteuer Freibeträge gewährt, die GrESt jedoch nicht.