Start Nicht kategorisiert Konterlatten-Rechner – Hinterlüftung & Holzbedarf nach DIN 4108-3

Konterlatten-Rechner – Hinterlüftung & Holzbedarf nach DIN 4108-3

Anzahl, lfm und Höhe der Konterlatten ermitteln und den Belüftungsquerschnitt der Hinterlüftung gegen DIN 4108-3 (≥ 200 cm²/lfm Traufe) prüfen.

Sparrenfeld

Eine Konterlatte pro Sparre (1:1).
Üblich 60 / 70 / 80 / 90 cm. Größerer Abstand = mehr Belüftungsquerschnitt pro lfm Traufe.
Über die Schräge gemessen, von Traufe bis First. Bestimmt die Auto-Empfehlung der Konterlattenhöhe. Bei α < 10° verlangt DIN 4108-3 zusätzlich Höhe ≥ 50 mm.

Konterlatten-Querschnitt

b = Breite (Auflagefläche zur Sparre), h = Höhe (Belüftungsspalt). Empfehlung erscheint unten rot/gelb wenn unzureichend. Default 5 %. Bei aufwendigen Dachformen (Walm, Gauben) 8–10 %.
Konterlatten-Holzbedarf
lfm (inkl. Verschnitt)
Stück: Länge je Stk: m Gewicht: kg Volumen:

Belüftungs- & Höhen-Check (DIN 4108-3)

Belüftungsquerschnitt … ≥ 200 cm²/lfm Traufe
Konterlattenhöhe … Auto-Empfehlung
— Eingaben werden ausgewertet …

Aufbau (schematischer Schnitt)

Sparren Unterspannbahn Konter h = 30 mm Hinterlüftung → ← Hinterlüftung Latte Latte Latte Latte Dacheindeckung (Ziegel) h

Konterlatte (parallel zum Sparren) hebt die Lattung an und schafft den Belüftungsspalt h zwischen Unterspannbahn und Eindeckung.

Optional — Materialkosten
Richtwert KVH/Latten-Querschnitt 30×50 mm: ~1,00–1,40 €/lfm; größere Querschnitte (40×60, 50×80) entsprechend höher (2–4 €/lfm).

Geschätzte Kosten: — €

Querschnitt-Tabelle & DIN-Werte
QuerschnittA_lüft @ e=70 cmEmpfehlung Sparrenlänge
24 × 48 mm223 cm²/lfm≤ 10 m (Standardfall)
30 × 50 mm279 cm²/lfm≤ 12–15 m
40 × 60 mm366 cm²/lfmbis 15 m / extra Belüftung
50 × 80 mm443 cm²/lfm> 15 m oder flach < 10°

Formel: A_lüft [cm²/lfm Traufe] = h_mm × (1 − b_mm/e_mm) × 10. Beispiel 30×50 mm @ e=70 cm: 30 × (1 − 50/700) × 10 = 30 × 0,9286 × 10 = 278,6 cm²/lfm.

Mindestwerte (DIN 4108-3, ZVDH-Fachregel Dächer): ≥ 200 cm²/lfm Traufe für Steildach (α ≥ 10°). Bei α < 10° zusätzlich Höhe ≥ 50 mm. First-Lüftungsöffnung mind. 0,5 ‰ der Dachfläche.

Auto-Empfehlung Höhe per Sparrenlänge: ≤ 10 m → ≥ 24 mm; > 10 m → ≥ 30 mm; > 15 m → ≥ 50 mm.

Was die Konterlatte am Steildach leistet

Die Konterlatte sitzt parallel zum Sparren oberhalb der Unterspannbahn und hebt die Lattung um ihre Bauhöhe an. Damit entsteht zwischen Unterdach und Eindeckung der Belüftungsspalt, durch den nach DIN 4108-3 mindestens 200 cm² je laufendem Meter Traufe Luftquerschnitt strömen müssen — bei Steildach ab 10° Neigung. Bei flacherem Dach < 10° schreibt die Norm zusätzlich Höhe ≥ 50 mm vor und im Firstbereich Lüftungsöffnungen ≥ 0,5 ‰ der Dachfläche.

Höhe nach Sparrenlänge — die ZVDH-Stufung

Sparrenlänge ≤ 10 m
≥ 24 mm Konterlatte (Standard 24 × 48 mm).
Sparrenlänge > 10 m
≥ 30 mm (typisch 30 × 50 mm). Längere Strömungswege brauchen mehr freien Querschnitt, sonst staut sich Feuchte unter der Eindeckung.
Sparrenlänge > 15 m oder < 10° Neigung
≥ 50 mm (40 × 60 mm bzw. 50 × 80 mm). Großdach + Lüfterziegel auf halber Höhe ergänzen.

Beispielrechnung — EFH Sattel B = 10 m, Sparrenlänge 6 m, e = 70 cm

  1. Anzahl Konterlatten = ⌈10 m / 0,7 m⌉ + 1 = ⌈14,29⌉ + 1 = 16 Stück (eine je Sparre).
  2. Holzbedarf = 16 × 6 m × (1 + 5 % Verschnitt) = 100,8 lfm.
  3. Querschnittwahl 6 m ≤ 10 m → Auto-Empfehlung 24 mm. Praktisch häufig 30 × 50 mm gewählt für Reserve.
  4. Belüftungsquerschnitt bei 30 × 50 mm @ e = 700 mm: A = 30 · (1 − 50/700) · 10 = 278,6 cm²/lfm Traufe → deutlich über 200 cm² (DIN 4108-3 erfüllt mit Reserve).
  5. Volumen / Gewicht: V = 100,8 · 0,030 · 0,050 = 0,1512 m³ → 0,1512 · 470 kg/m³ = 71 kg (KVH Fichte).

Belüftungsquerschnitt — Formel und typische Werte

Pro laufendem Meter Trauflinie strömt Luft durch die Lücken zwischen den Konterlatten:

A_lüft [cm²/lfm] = h_mm · (1 − b_mm / e_mm) · 10

mit h = Konterlattenhöhe, b = Konterlattenbreite, e = Sparrenabstand (alles in mm). Der Faktor 10 wandelt mm² je mm Traufe in cm² je m Traufe um.

Querschnitt b × h e = 60 cm e = 70 cm e = 80 cm
24 × 48 mm 220,8 cm²/lfm 223,5 cm²/lfm 225,6 cm²/lfm
30 × 50 mm 275,0 cm²/lfm 278,6 cm²/lfm 281,3 cm²/lfm
40 × 60 mm 360,0 cm²/lfm 365,7 cm²/lfm 370,0 cm²/lfm
50 × 80 mm 433,3 cm²/lfm 442,9 cm²/lfm 450,0 cm²/lfm

Die 24 × 48 mm-Standardlatte erfüllt @ e = 70 cm den 200-cm²-Mindestwert mit ~12 % Reserve — bei sehr engem Sparrenabstand < 50 cm wird es bei 24 mm Höhe knapp und die nächste Stufe (30 × 50 mm) ist sinnvoll.

Häufige Fehler in der Praxis

  • Konterlatte vergessen — Lattung direkt auf Unterspannbahn führt zu stehender Luft, Tauwasser sammelt sich auf der Folie und tropft auf die Dämmung. Sanierungsfall innerhalb weniger Jahre.
  • 24 mm bei 12-m-Sparren — bei langen Strömungswegen reicht der Querschnitt nicht aus; Auto-Empfehlung gibt hier 30 mm. ZVDH-Fachregel zwingend.
  • Lüftungsöffnung am First weglassen — auch bei perfekter Konterlatte verhungert die Strömung ohne Auslass. First-Lüfter oder Firstrolle sind Pflicht (≥ 0,5 ‰ der Dachfläche, ZVDH).
  • Dampfsperren-Lücken — beste Belüftung hilft wenig, wenn Raumluftfeuchte ungehindert in die Konstruktion zieht. Die Hinterlüftung ist die zweite, nicht die erste Verteidigungslinie.

Welcher Rechner als nächstes?

Wer hier landet, plant typischerweise einen Dachstuhl oder eine Eindeckungs-Sanierung. Für die statische Bemessung des Sparrenquerschnitts nach Eurocode 5 mit Schneelast und Holzklasse, und für die Sparrenlänge bei Sattel-, Walm-, Pult- oder Zeltdach stehen eigene Werkzeuge bereit. Die Dachlatten-Berechnung kommt direkt eine Schicht über der Konterlatte (Querlattung für die Eindeckung), und der U-Wert-Rechner Dach belegt zusammen mit der Hinterlüftung den vollständigen Schichtaufbau. Für die Dachfläche und die anschließende Dachziegel-Bestellung (Frankfurter, Biber) liegen die passenden Rechner bereit.

Worauf das Dachdeckerhandwerk achtet

Die Konterlatte ist nicht nur Belüftung, sondern auch strukturelles Element: Die Lattung darf nicht direkt auf die Unterspannbahn genagelt werden, weil jeder Nagel eine potentielle Leckstelle wäre. Mit Konterlatte werden die Nägel zwischen den Sparren in den Holzbalken geschlagen, die Folie bleibt unverletzt. Auf Holzfaser-Dämmplatten über den Sparren steigt die Holzfeuchte und damit das Quellrisiko der Konterlatte — dort empfehlen sich Wahltrocken-KVH und vorgebohrte Schraubverbindungen statt Nägel.