Stueckbedarf an Dachziegeln nach Modell und Dachflaeche, mit Verschnitt-Default je Dachform, Zubehoer-Berechnung (First, Ortgang, Grat) und Gesamtgewicht fuer die Statik-Pruefung des Dachstuhls.
Eingabe
Ergebnis
Aufteilung Stueckzahl
Zubehoer berechnen (First / Ortgang / Grat)
Kostenschaetzung (optional)
Modell-Tabelle & Formeln
Hauptziegel
Zubehoer
Gewicht
A = Dachflaeche [m²], km = Stk/m² nach Modell, V% = Verschnitt, L = laufender Meter, ρhaupt = kg/Stueck Hauptziegel.
Modell-Bibliothek
| Modell | Stk/m² | kg/Stueck | Format |
|---|---|---|---|
| Frankfurter Pfanne | 10,0 | 3,7 | 33 x 42 cm |
| Reform-Pfanne | 10,0 | 3,5 | 33 x 42 cm |
| Biber-Schwanz (Doppeldeckung) | 36,0 | 1,4 | 15 x 38 cm |
| Hohlpfanne / Moench-Nonne | 30,0 | 2,0 | 20 x 40 cm |
| Glattziegel | 12,0 | 3,0 | 27 x 41 cm |
| Tegalit-flach | 9,6 | 4,5 | 33 x 50 cm |
Verlegekatalog Braas / Creaton / Erlus, Standard-Bezug. Hersteller-spezifische Abweichungen ± 5 %.
Welches Profil bestimmt den Stueckbedarf?
Der Bedarf pro Quadratmeter haengt nicht vom Hersteller, sondern vom Profil ab. Frankfurter- und Reform-Pfanne liegen bei 10 Stk/m², Glattziegel bei 12, Tegalit-Grossformat bei 9,6, Hohlpfanne (Moench-Nonne) bei 30 und Biberschwanz in Doppeldeckung bei 36 Stk/m² — Letzteres entsteht durch die haelftige Ueberlappung. Der Stueckpreis bewegt sich invers: Biber ~0,55 €, Frankfurter ~1,20 €, Tegalit ~1,80 €.
Verschnitt nach Dachform, nicht pauschal
Die Standardpauschale «5 % Verschnitt» passt nur fuer Satteldaecher. Walmdach: 8 % entlang der Grate. Mansarden- oder Komplexdach mit Gauben: 10 %. Pultdach: 3 %. Der Rechner setzt den Default nach Dachform-Auswahl, ueberschreibbar fuer viele Kehlen oder schraege Anschluesse. Wer die Dachflaeche aus der Geometrie ermitteln muss, kommt ueber den Dachflaeche-Rechner zu A in m².
Zubehoer — bis zu einem Drittel der Materialkosten
First-, Ortgang- und Gratziegel werden mit ~2,5 Stk/lfm (Decklaenge 40 cm) angesetzt. 12-m-First → 30 Firstziegel; Walm mit vier 6-m-Graten → 60 Gratziegel. Da die Zubehoer-Stueckpreise (~3–6 €) vier- bis zehnfach ueber dem Hauptziegelpreis liegen, kann der Zubehoeranteil bei Walm- und Krueppelwalmdaechern 25–35 % der Materialkosten ausmachen.
Gewicht fuer den Dachstuhl
Frankfurter ~3,7 kg/Stk, Biber ~1,4 kg/Stk, Tegalit ~4,5 kg/Stk. Auf 100 m² Sattel: ~3,9 t Frankfurter oder ~5,3 t Biber — Letzterer belastet den Dachstuhl staerker, weil 3,6-mal so viele Stueck verlegt werden. Fuer die statische Bemessung weiter mit dem Sparrenquerschnitt-Rechner nach Eurocode 5 und fuer die Geometrie mit dem Sparrenlaenge-Rechner.
Beispielrechnung: Satteldach 11×8 m, Frankfurter, α=35°
- Dachflaeche pro Seite: 11·(8/2)/cos(35°) = 11·4/0,8192 = 53,71 m²; beide Seiten 107,42 m².
- Hauptziegel: 107,42·10 mit 5 % Verschnitt = 1128 Stk.
- Firstlaenge 11 m → 28 Firstziegel; Ortganglaenge 4·4,88 m = 19,5 m → 49 Stk.
- Gewicht: 1128·3,7 + 77·4,0 = ~4,48 t.
- Materialkosten netto: 1128·1,20 + 77·3,50 = 1623 €; brutto DE 19 % ~1931 €.
Haeufige Fehler & Regeldachneigung
- Grundrissflaeche statt Dachflaeche. Bei 35° Neigung sind das ~22 % zu wenig.
- Biber wie Frankfurter rechnen. Doppeldeckung uebersehen: 100 m² brauchen 3600 Biber, nicht 1000.
- Zubehoer vergessen. First- und Ortgangziegel separat bestellen, nicht aus dem Hauptkontingent schneiden.
- Stk/m² herstellergleich annehmen. Werte schwanken ± 5 %; Verlegekatalog des Lieferanten gegenpruefen.
- Verschnitt zu knapp bei Walm. 5 % statt 8–10 % → Nachbestellung mit anderer Charge und Farbton-Drift.
Regeldachneigung je Profil (DIN EN 1304 / ZVDH-Fachregeln): Frankfurter ~22°, Biber Doppeldeckung ~30°, Hohlpfanne ~40°. Unterhalb davon Unterspannbahn vollflaechig verklebt.