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Formeln & Beton-Klassen
Beton-Volumen
Stahlmasse Laengsstaebe
Stahlmasse Buegel
Buegellaenge je Stueck: Lbuegel = 2·(B + H) − 4·c (c = 35 mm Betondeckung). Stahldichte 7850 kg/m³.
Beton-Klassen DIN EN 206
| Klasse | fck,cyl/cube [N/mm²] | Empfehlung Streifenfundament |
|---|---|---|
| C20/25 | 20 / 25 | unbewehrte Garten-, Mauerstreifen |
| C25/30 | 25 / 30 | Standard EFH (XC2) |
| C30/37 | 30 / 37 | hoehere Last, XC3 / XF1 (Frost) |
Erdberuehrte, durchfeuchtete Streifenfundamente: Mindest-C25/30 nach DIN 1045-2 Tabelle F.2.1.
Wann reicht ein Streifenfundament?
Streifenfundamente liegen unter tragenden Wänden auf einer linienförmigen Lastausbreitung. Für ein freistehendes Einfamilienhaus auf tragfähigem Boden (Sand, Kies, fester Lehm) sind sie die wirtschaftliche Standardlösung. Bei weichen, organischen oder ungleichmäßigen Böden, hohem Grundwasserstand oder ausgedehnten Lastflächen ist eine durchgehende Bodenplatte konstruktiv überlegen; für punktuelle Lasten unter Säulen, Carport-Stützen oder Stahlträgern werden stattdessen Punktfundamente eingesetzt.
Frosttiefe nach Region (DIN EN 1997-1)
Die Unterkante des Streifens muss frostfrei gegründet sein. Der Wassergehalt im Boden darf in der Auflagerebene nicht gefrieren – sonst entstehen Frosthebungen, die Risse erzeugen.
| Region | Frosttiefe |
|---|---|
| Norddeutschland (NDS, SH, MV) | 80 cm |
| Mitteldeutschland (NRW, HE, RP, SN, ST, TH, BB) | 80–100 cm |
| Süddeutschland (BY, BW, Saarland) | 100–120 cm |
| Hochlagen (Alpen, Mittelgebirge ab ~600 m) | 120–150 cm |
| Österreich | 80–120 cm (regional) |
| Schweiz | 80–120 cm (kantonal) |
Süd-DE Hinweis: Bei H < 100 cm in Bayern oder Baden-Württemberg konservativ die Frosttiefe beim örtlichen Bauamt erfragen. DIN 1054 nennt 80 cm als bauaufsichtliche Mindestnorm; die regional üblichen 100–120 cm sind Erfahrungswerte aus tatsächlich gemessenen Frostfronten und liegen oberhalb des Norm-Minimums. Auf windexponierten Grundstücken kann zusätzlich eine größere Einbindetiefe sinnvoll sein, weil Frosthebung und Sog-Last sich überlagern.
Beton-Festigkeitsklasse richtig wählen
Streifenfundamente sind nach DIN 1045-2 erdberührt und durchfeuchtet, deshalb gilt mindestens Expositionsklasse XC2. In Frostzonen (Bodenkontakt im Wechselbereich) zusätzlich XF1. Wer den Beton selbst aus Zement, Sand und Kies anrühren möchte (statt Werks- oder Trockenbeton), sollte vorher den Beton-Mischungsverhältnis-Rechner nutzen, um Wasser-Zement-Wert und Korngerüst auf die gewählte Klasse abzustimmen.
- C20/25
- nur unbewehrte Mauerstreifen, Garten, Carport-Stützen ohne Frostlast.
- C25/30
- Standard für Einfamilienhaus mit Bewehrung – deckt XC2 nach DIN 1045-2 Tabelle F.2.1 ab.
- C30/37
- höhere Druckfestigkeit, dichteres Gefüge, empfohlen bei XF1 (Frostlast) oder hochbelasteten Innenstreifen.
Bewehrung nach DIN EN 1992-1-1 / DIN 1045-1
Auch wenn ein Streifen rechnerisch unbewehrt tragen würde, verlangt die Norm bei zugbeanspruchten Querschnitten eine konstruktive Mindestbewehrung – sie verteilt Setzungsrisse und sichert die Zugzone bei ungleichen Bodenpressungen.
Praxis-Schema für ein 40 × 80 cm Streifen unter Einfamilienhaus:
- 4 × ⌀12 mm Längsstäbe (2 oben + 2 unten, B500B)
- ⌀8 mm Bügel im Abstand 25 cm
- Betondeckung c = 35 mm (XC2)
- Übergreifungsstöße l0 ≥ 50 ⌀ = 60 cm bei ⌀12
Sauberkeitsschicht – nicht vergessen
Unter dem eigentlichen Streifen liegt nach DIN 1045 eine Sauberkeitsschicht aus Magerbeton C8/10 oder C12/15, typisch 5 cm dick. Sie schützt die untere Bewehrung vor direkter Erdberührung und schafft eine ebene Auflage für Schalung und Abstandhalter. Sie zählt nicht zum Tragquerschnitt und wird vom Rechner oben nicht erfasst – diese Menge ist zusätzlich zu kalkulieren:
Vsauber = L · Bbrutto · 0,05 m, wobei Bbrutto typisch 10 cm breiter als der Streifen geplant wird (5 cm Überstand je Seite, damit Schalung sicher steht).
Beispiel für das 36-m-Hausumriss-Projekt unten: Vsauber = 36 · 0,50 · 0,05 ≈ 0,9 m³ Magerbeton zusätzlich zu den 12,1 m³ Tragbeton.
Beispielrechnung (Einfamilienhaus 10 × 8 m)
Hausumriss L = 2·(10 + 8) = 36 m, Breite 40 cm, Tiefe 80 cm, 5 % Verschnitt:
- Volumen: 36 × 0,4 × 0,8 × 1,05 = 12,1 m³ Beton C25/30
- Stahl längs: 4 × 36 × 0,888 ≈ 128 kg ⌀12 mm
- Bügel: ⌀ ≈ ceil(36/0,25)+1 = 145 Stück × 2,26 m × 0,395 ≈ 129 kg ⌀8 mm
- Stahl gesamt: ~257 kg (≈ 21 kg/m³ – konservativ; bei zusätzlichen Innenstreifen entsprechend mehr)
- Sauberkeitsschicht: ~0,9 m³ C8/10 zusätzlich (siehe oben)
Ab ~5 m³ Volumen lohnt der Mischwagen (Transportbeton). Darunter rechnet sich Trockenbeton aus 25-kg-Säcken: 1 m³ ≈ 84 Säcke à 25 kg.
Häufige Fehler in der Praxis
- Frosttiefe unterschritten – 60 cm reicht nirgendwo in DACH; Risse durch Frosthebung sind die Folge.
- Sauberkeitsschicht vergessen – 5 cm Magerbeton C8/10 unter dem Streifen schützt die untere Bewehrung vor Erdberührung.
- Zu schmaler Streifen – unter 30 cm wird die Lastverteilung problematisch; bei zweischaligem Mauerwerk eher 40–50 cm planen.
- Bewehrungsstöße stumpf – Übergreifung nach Tabelle 8.3 EC 2 (≥ 50 ⌀) statt einfach aneinanderlegen.
- Beton ohne Statik gewählt – C20/25 in XC2 ist nicht normkonform; Mindestklasse C25/30.