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Anwendungs-Tabelle: typische Fundament-Größen
| Anwendung | Form | Maße | Anzahl | V/Stk (m³) |
|---|---|---|---|---|
| Carport Holz (3 m breit) | Zylinder | Ø30 × 80 cm | 4–6 | 0,057 |
| Carport Stahl / groß | Zylinder | Ø40 × 100 cm | 4–8 | 0,126 |
| Zaunpfosten Holz / Metall | Zylinder | Ø20 × 80 cm | je Pfosten | 0,025 |
| Doppelstabmatten-Pfosten | Zylinder | Ø25 × 80 cm | je Pfosten | 0,039 |
| Terrassenüberdachung | Zylinder | Ø30 × 100 cm | 4–8 | 0,071 |
| Briefkasten / Wäschespinne | Zylinder | Ø20 × 60 cm | 1 | 0,019 |
| Pergola schwer | Quader | 40 × 40 × 80 cm | 4–6 | 0,128 |
| Frostschutz-Stumpf (Lehmboden) | Konischer Fundamentstumpf | Ø30/50 × 80 cm | 4–6 | 0,103 |
Werte sind Richtwerte aus DIY-Praxis (HORNBACH-Ratgeber, OBI-Bauanleitungen). Für tragende Konstruktionen gilt statische Berechnung nach DIN EN 1992-1-1 (Eurocode 2).
Wann reicht ein Punktfundament?
Ein Punktfundament — im DE-Bauwesen synonym auch Einzelfundament genannt — trägt eine einzelne Stütze: Carport-Pfosten, Zaunpfahl, Pergola-Säule, Briefkastenständer. Im Vergleich zum Streifenfundament für tragende Wände oder einer Bodenplatte wird nur dort Beton vergossen, wo Last steht. Drei Bedingungen müssen passen: Tiefe ≥ regionale Frosttiefe, ausreichende Querschnittsfläche gegen Kippen und tragfähiger Untergrund (kein aufgefüllter Bauschutt). Geotechnische Mindestanforderungen regelt DIN 1054 / Eurocode 7.
Frosttiefen in Deutschland
| Region | Empfohlene Gründungstiefe | Beispiel-Bundesländer |
|---|---|---|
| Norddeutschland (Küste, Tiefland) | 80 cm | SH, MV, NI (Küste), HH, HB |
| Mitteldeutschland | 100 cm | NRW, HE, TH, ST, SN, BB |
| Süddeutschland, Mittelgebirge | 120 cm | BY, BW, RP, SL |
| Hochlagen Alpen / Bayerischer Wald | 150 cm | BY (Allgäu, Berchtesgaden) |
Werte sind regionale Erfahrungswerte aus der DIN-Frosttiefenkarte und Bauamt-Praxis. Die bauaufsichtliche Mindestnorm nach DIN 1054 = 80 cm; verbindlich gilt darüber hinaus die örtliche Bauordnung und kommunale Bodenkarten. Bei Überschreitung der Tabellenwerte (Hochlagen, Hangwasser, bindiger Boden) das zuständige Bauamt fragen — die Postleitzahl wird intern mit Bodenkarten und Tieflagen abgeglichen.
Typische Größen nach Anwendung
- Carport (Holz, 3 m breit)
- Zylinder Ø 30 cm × 80 cm Tiefe, 4–6 Punkte je nach Sparrenstellung. Pro Punkt rund 0,057 m³ Beton, sechs Stück also etwa 0,34 m³ – das entspricht ca. 30 Säcken Trockenbeton à 25 kg.
- Zaunpfosten (Holz oder Metall)
- Zylinder Ø 20 cm × 80 cm. Pro Pfosten rund 0,025 m³. Bei 30 m Zaunlänge mit Pfostenabstand 2 m sind das 16 Pfosten und etwa 0,4 m³ Beton.
- Doppelstabmatten-Zaun
- Wegen Windlast in der Fläche eher Ø 25 cm × 80 cm – größerer Hebelarm braucht mehr Querschnitt. Bei freistehenden Zäunen ab 1,80 m Höhe lohnt sich ein Windlast-Nachweis.
- Terrassenüberdachung
- Ø 30 cm × 100 cm. Tieferes Loch, weil Schneelast plus Eigengewicht der Glasdachkonstruktion deutlich höher liegen als beim offenen Carport.
Worked Example: 6 Pfosten Carport
Carport 5 × 3 m, 6 Pfosten Holz 12 × 12 cm. Frosttiefe Hannover 80 cm.
- Loch: Ø 30 cm × 80 cm Zylinder
- V pro Punkt: π × 0,15² × 0,80 = 0,0565 m³
- Total: 6 × 0,0565 = 0,339 m³
- Mit 5 % Verlust: 0,356 m³
- Trockenbeton 25 kg (12 L Frischbeton pro Sack): 356 / 12 = 30 Säcke
- Trockenbeton 40 kg (18 L Frischbeton pro Sack laut Datenblatt): 356 / 18 = 20 Säcke — Yield ist nicht linear zur Sackgröße, deshalb keine 19,2 L-Hochrechnung aus dem 25-kg-Wert.
- Alternative Beton-Mischung selbst rechnen oder Transportbeton: bei 0,36 m³ unwirtschaftlich – Mindestabnahme meist 1 m³ + Anfahrt.
Häufige Fehler in der Praxis
- Frosttiefe ignorieren. 60 cm reichen für eine Wäschespinne – nicht für einen Carport in Bayern. Frosthub hebt das Fundament im Winter und kippt die Konstruktion.
- Querschnitt zu schmal. Ø 15 cm × 80 cm hält einen Pfosten gerade so – kippt aber bei Sturm. Mindestens Ø 20 cm, bei Carports Ø 30 cm. Bei tragender Carport-Konstruktion mit Schnee- und Windlast zusätzlich statisch nachweisen.
- Beton in den Boden gekippt ohne Schalung. Lehmboden saugt Anmachwasser, Beton entzieht Festigkeit. Erdfeucht einbauen oder Schalrohr (KG-Rohr DN 200) verwenden.
- Pfosten direkt einbetonieren. Holz im Beton fault innerhalb 5–10 Jahren. Immer H-Pfostenanker oder Bodenhülse einsetzen, Holz mindestens 5 cm über Erdoberkante.
H-Anker, Bodenhülse oder einbetonieren?
H-Pfostenanker (ehemals DIN 1052, abgelöst durch DIN EN 1995 / Eurocode 5): verzinkter Stahlfuß wird in den frischen Beton gedrückt. Holzpfosten kommt später trocken auf den Anker, wird verschraubt. Standardlösung für Carport, Pergola, Terrassendach.
Einschlagbodenhülse: nur für leichte Lasten (Wäschespinne, Sonnensegelmast, leichter Maschendrahtzaun). Wird ohne Beton in den Boden geschlagen – kein echtes Fundament.
Direkt einbetonieren: bei Metallpfosten (Doppelstabmatten-Zaun) akzeptabel, wenn der Pfosten verzinkt und unten geschlossen ist. Bei Holz nur in Ausnahmefällen mit Kesseldruckimprägnierung Klasse 4.
Beton-Klasse
Für nicht-statisch berechnete Punktfundamente reicht C20/25 (Druckfestigkeit 20 N/mm² Zylinder / 25 N/mm² Würfel) nach DIN EN 1992-1-1 (Eurocode 2). Bei tragender Carport-Konstruktion mit statischer Berechnung kommt C25/30 – das gibt 25 % mehr Tragreserve. Trockenbeton-Säcke aus dem Baumarkt liegen meist bei C20/25 oder C25/30, je nach Hersteller. Wer den Beton selbst mischt, dosiert Zement, Sand, Kies und Wasser nach Klassen-Rezeptur.