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Kühllast Rechner VDI 2078 — Klimaanlage

Sensible Kühllast nach VDI 2078 (Annex D vereinfacht) — interne Lasten, Solargewinne nach Fenster-Orientierung, Empfehlung Klimagerät-Leistung in Watt + BTU/h.

Raum

Fenster + Solarlast

Sensible Kühllast
W
BTU/h: kW: spez.: W/m²
Empfohlene Klimagerät-Klasse:
Bitte Raumfläche und Fenster-Daten eingeben.
Lastanteile
intern (0%) solar (0%) Transmission (0%)
Q intern (Personen + Geräte + Beleuchtung)— W
Q solar (A × g × I × c)— W
Q Transmission (Wand+Decke pauschal)— W
Kondensat-Schätzung 8 h Betrieb— l/Tag
SEER-Hinweis (DIN EN 14825)A++ ≥ 5,1 / A+++ ≥ 6,1
Erweiterte Einstellungen

Kühllast nach VDI 2078 — vereinfachtes Verfahren

Die Kühllast ist die im Sommer abzuführende Wärme, damit die gewünschte Innentemperatur gehalten wird. Sie setzt sich aus internen Lasten (Personen, Geräte, Beleuchtung) und externen Lasten (Solargewinne durch Fenster, Transmission durch Wand und Decke) zusammen. Die VDI 2078 Annex D beschreibt ein vereinfachtes Abschätzverfahren — diese Methode steckt in unserem Rechner.

Hersteller-Rechner liefern oft eine einzige BTU-Zahl ohne Aufschlüsselung. Der Rechner hier zeigt explicit, woher die Last kommt: ein Süd-Fenster ohne Verschattung kann 70-80 % der Kühllast ausmachen — wo Außenmarkisen und Außenjalousien physikalisch wirken, weil sie die Strahlung gar nicht erst durch das Glas lassen.

Solargewinn nach Fenster-Orientierung (Sommer-Mittag-Spitze)

Orientierung Strahlung W/m² Bemerkung
Nord 100 nur Diffus, kaum direkter Anteil
Ost 400 Vormittag-Spitze ca. 9-11 Uhr
Süd 300 Sommer steiler Stand, Diffus dominiert
West 400 Nachmittag-Spitze ca. 14-17 Uhr
Südwest 500 kritischste Orientierung — Süd-Diffus + West-Direkt

Der wirksame Solargewinn ergibt sich aus Q_solar = A_Fenster × g × I_Strahlung × c_Verschattung. Der g-Wert beschreibt den Energiedurchlass der Verglasung (2-fach Wärmeschutzglas 0,65; 3-fach 0,50; Sonnenschutzglas 0,35); c berücksichtigt Verschattungs-Maßnahmen.

Verschattung — innen wirkt nur halb

außen Rolladen geschlossen (c = 0,15)
maximale Reduktion, nur Streulicht
außen Markise/Jalousie hell (c = 0,30)
Profi-Empfehlung für klimatisierte Räume — senkt die Solarlast um 70 %
innen Jalousie geschlossen (c = 0,50)
Strahlung schon durch das Glas, nur 50 % weg
innen Vorhang/Rollo hell (c = 0,75)
nur 25 % Wirkung
frei (c = 1,00)
volle Sonnenstrahlung trifft den Raum

Der konstruktive Sonnenschutz (Dachüberstand, Vordach) wirkt am besten, weil er die Strahlung gar nicht erst auf die Glasoberfläche kommen lässt. Die U-Werte der Außenwand spielen für die Kühllast eine kleinere Rolle als für die Heizlast — bei Sommer-ΔT von 8 K (32 °C außen, 24 °C innen) bleibt die Transmission unter 100 W bei normaler Wohnungs-Außenwand.

Beispielrechnung — 25 m² Wohnzimmer Süd

Gegeben: 25 m² Wohnzimmer, 2,5 m hoch, 8 m² Süd-Fenster (g = 0,65 2-fach Wärmeschutzglas, frei ohne Verschattung), 2 Personen, 200 W Geräte (TV + Heim-PC), 5 W/m² LED-Beleuchtung, 32 °C außen, 24 °C innen.

  1. Q_intern = 2 × 80 W + 200 W + 5 W/m² × 25 m² = 160 + 200 + 125 = 485 W
  2. Q_solar = 8 m² × 0,65 × 300 W/m² × 1,0 = 1560 W (Süd-Mittag-Spitze)
  3. Q_Transmission = 25 m² × 1,2 W/m²K × 8 K / 8 = 30 W
  4. Q_total = 485 + 1560 + 30 = 2 075 W ≈ 7 080 BTU/h
  5. Empfehlung: Single-Split 2,5-kW-Klasse; Anteile intern 23 %, solar 75 %, Transmission 1 %

Senkt man die Solarlast durch eine außenliegende Markise (c = 0,30), sinkt Q_solar von 1560 auf 468 W → Q_total fällt auf 983 W. Eine Außenmarkise halbiert die nötige Klimagerät-Leistung. Innen-Vorhang (c = 0,75) bringt dagegen nur 25 % Reduktion, weil die Strahlung das Glas schon passiert hat.

Single-Split vs Multi-Split vs VRF

  • Single-Split bis ca. 6 kW (Standardklassen 1,5 / 2,0 / 2,5 / 3,5 / 5,0 / 6,0 kW). Eine Außeneinheit, ein Innengerät — typisch für ein Schlaf- oder Wohnzimmer.
  • Multi-Split bei 2-3 Räumen oder 6-12 kW Gesamt-Bedarf. Eine Außeneinheit versorgt 2-4 Innengeräte; Wartung am Außengerät bündelt die Aufwände.
  • VRF/VRV-Systeme ab 4+ Räumen oder 12+ kW — Profi-Auslegung mit Hydraulik-Berechnung erforderlich (typisch gewerblich oder Mehrfamilienhaus).

SEER-Klasse — Energieeffizienz im Kühlbetrieb

Nach DIN EN 14825 wird die saisonale Effizienz im Kühlbetrieb mit dem SEER-Wert beschrieben (Seasonal Energy Efficiency Ratio). Ab SEER ≥ 5,1 erreicht das Gerät A++, ab 6,1 A+++. Top-Geräte 2026 erreichen SEER um 8,5 — der jährliche Stromverbrauch sinkt damit gegenüber alten Geräten (SEER ≈ 3,0) um über 60 %. Bei der Auswahl des Klimagerätes ist die SEER-Kennzeichnung relevanter als die nominale BTU-Zahl, weil die Effizienz das Strom-Kostenniveau über die Lebensdauer bestimmt.

Häufige Fehler in der Praxis

  • Brutto-statt-Netto-Fläche: Wand-, Schrank- und Möbelflächen brauchen keine Kühlung — Netto-Wohnfläche zählt.
  • Kondensat-Ablauf vergessen: Eine 2,5-kW-Klimaanlage produziert über 8 Stunden Betrieb etwa 10 Liter Kondensat — der Schlauch muss entweder durch die Außenwand oder in einen Abfluss/Kondensatpumpe enden.
  • Außeneinheit zu klein bei Multi-Split: Hersteller-Listen zeigen oft die Summe der Innengeräte größer als die Außeneinheit (Diversität-Faktor 0,7-0,9). Wenn alle Innengeräte gleichzeitig laufen, muss die Außeneinheit reichen.
  • Verschattung-Wirkung überschätzt: Innen-Jalousien wirken viel weniger als außenliegende Maßnahmen — das ist Physik, kein Marketing.
  • Faustformel «60 W/m²» blind anwenden: Schlafzimmer Nord ist 30-50 W/m², Wohnzimmer Süd ohne Verschattung 100-200 W/m². Die Spreizung beträgt fast 1:5.

Verwandte Themen

Wer die Kühllast ermittelt, möchte oft auch die Heizlast überschlägig kennen — die Heiz-Auslegung folgt einer ähnlichen Logik (Hüllfläche × Temperatur-Differenz), aber mit umgekehrtem Vorzeichen und Winter-Klimazone. Für den Norm-Bedarf ist die Heizlast detailliert nach DIN EN 12831 raumweise Pflicht — bei größeren Sanierungen oder Wärmepumpen-Förderungen verlangen Energieberater diese Berechnung.